Auch wenn Österreichs Millenniumsfest, die Tausendjahrfeier, nicht ganz so glanzvoll wird wie vor Jahren geplant, bleiben dem Besucher doch ausreichend Ausstellungen und Veranstaltungen, um die Geschichte des Landes kennenzulernen.

Weil am 1. November 996 Kaiser Otto III. dem Bischof von Freising einige Ländereien um Niuvanhova, dem heutigen Neuhofen, vermachte und diese in der Schenkungsurkunde als Ostarrichi bezeichnet wurden, begeht Österreich 1996 sein Millennium.

Gefeiert wird hauptsächlich im Kernland Niederösterreich. Erstmalig findet eine gemeinsame "Österreichische Länderausstellung" unter dem Titel "Menschen - Mythen - Meilensteine" statt. Ausstellungsorte sind Neuhofen an der Ybbs und die Landeshauptstadt St. Pölten. In der spätgotischen Pfarrkirche von Neuhofen steht die Namensurkunde im Zentrum der Präsentation, während in der vom Architekten Hans Hollein zu diesem Anlaß geschaffenen Ausstellungshalle in St. Pölten alle Aspekte rund um die historischen Meilensteine und bedeutsamen Persönlichkeiten des Landes aufgearbeitet werden. Termin: 4. Mai bis 3. November, täglich 9 bis 18 Uhr. Als Ergänzung dieser Länderausstellung kann die Präsentation "Kaisertum Österreich 1804-1848" im Renaissanceschloß Schallaburg bei Melk angesehen werden (vom 27. April bis zum 27. Oktober, täglich 9 bis 17 Uhr). Mit zahlreichen, selten zu sehenden Werken des Biedermeiers wird der Zeitraum illustriert.

Im Stift Klosterneuburg in der Nähe von Wien wird die Gründung der Anlage durch den Babenberger Markgrafen Leopold III. dokumentiert. Leopold wurde 1485 heiliggesprochen, anschließend Landespatron und Klosterneuburg Nationalheiligtum. Die damalige Landeskrone, der sogenannte Erzherzogenhut, ist seit 380 Jahren im Stift aufbewahrt. Die Ausstellung "Die Krone des Landes" kann vom 1. Mai bis zum 17. November täglich außer Montag von 10 bis 17 Uhr besucht werden.

Tirol feiert ein halbes Jahrtausend: "500 Jahre Goldenes Dachl" fixierte man schlicht auf das österreichweite Jubeljahr. Am Platz vor der glänzenden Sehenswürdigkeit werden zwischen dem 15. Juni und dem 15. Juli Moriskentänze, wie sie in einem Erkerrelief zu sehen sind, dargeboten. Tirol widmet sich dem Kaiser Maximilian, "dem letzten Ritter". Ihm zu Ehren wird das vormalige Olympiamuseum am 15. Juni 1996 in "Maximilianeum" umgeweiht.

Der Schwerpunkt der steiermärkischen Landesausstellung konzentriert sich auf die Basilika Mariazell, den Lieblingswallfahrtsort der Habsburgermonarchie. "Schatz und Schicksal" soll die wertvollen religiösen Kunstobjekte in den sanierten Schatzkammern zeigen. Ergänzt wird die Landesausstellung durch eine "weltliche Schatzkammer" mit 57 Gold- und Silberschmiedekunstobjekten der Sammlung Thyssen-Bornemisza. Termin: 4. Mai bis 27. Oktober, Mariazell, täglich geöffnet.

Andere Landesausstellungen sind noch schwerer der Tausendjahrthematik zuzuordnen. Um "Anton Bruckner und andere Künstlerschicksale" geht es bei der Schau "Vom Ruf zum Nachruf" im Stift St. Florian und in Schloß Mondsee in Oberösterreich, um "Hunnen und Awaren" im burgenländischen Schloß Halbthurn, eigentlich eine Außenstelle des ungarischen 1100-Jahr-Jubiläums.