Auch nach dem Bombenanschlag in Colombo läuft das Sri-Lanka-Geschäft bei den meisten Reiseveranstaltern unverändert weiter. Kostenlose Umbuchungen und Stornierungen werden zwar angeboten, jedoch kaum in Anspruch genommen.

Ungeachtet der seit Jahren anhaltenden Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den für einen eigenen Staat kämpfenden Tamilentigern, steht Sri Lanka als Reiseziel weiterhin hoch im Kurs; seit Jahren gehört der Tourismus zu den wichtigsten Einnahmequellen des Inselstaates im Indischen Ozean.

Nach dem verheerenden Bombenanschlag in der Hauptstadt Colombo, bei dem Ende Januar über 80 Menschen getötet und fast 1500 verletzt wurden, beeilte sich die Regierung Sri Lankas denn auch zu versichern, daß ausländische Besucher nicht gefährdet seien. Auch das Auswärtige Amt in Bonn warnt derzeit zwar vor dem Aufenthalt im Norden und Osten des Landes sowie in der Hauptstadt Colombo, rät jedoch nicht generell von Reisen nach Sri Lanka ab.

Auch die meisten Veranstalter sehen keinen Grund, ihre Reisen abzusagen. Sie verweisen darauf, daß die Hauptferiengebiete im Süden und Westen des Landes bisher von Bombenanschlägen und bewaffneten Auseinandersetzungen verschont geblieben sind.

Lediglich die Veranstalter, die bislang noch Colombo anboten, haben ihre Programme geändert. So verzichtet etwa die Münchner Kreutzer Touristik bei ihrer Rundreise "Höhepunkte Sri Lankas" ab sofort auf den zweitägigen Zwischenstopp in der Hauptstadt.

Zwar ist der Flughafen von Colombo nach wie vor die erste Station für alle Sri-Lanka-Reisenden, doch werden sie von hier aus direkt in die weiter südlich und westlich gelegenen Urlaubsdomizile gebracht. Auch Reisende, die etwa mit der TUI von Colombo weiter auf die Malediven fliegen, werden bis zu ihren Anschlußflügen außerhalb der Hauptstadt einquartiert.

Als Reaktion auf die Verschärfung der innenpolitischen Lage bieten zahlreiche Veranstalter ihren Kunden inzwischen die kostenlose Umbuchung, einige auch die kostenlose Stornierung von Sri-Lanka-Reisen an. Von diesen Möglichkeiten haben jedoch nur wenige Kunden Gebrauch gemacht. Wenn überhaupt, so die Einschätzung der Veranstalter, dürfte sich der jüngste Bombenanschlag erst bei den Buchungen für die nächste Saison auswirken.