LONDON. - Vor sieben Jahren zog die iranische Regierung aus, einen Roman zu unterdrücken und seinen Autor zum Schweigen zu bringen. Die theologischen Konzepte, die Teheran zu diesem Zweck ins Feld führte, stammten aus dem Mittelalter: Häresie, Apostasie, "unreines Blut". Die Methoden jedoch, mit denen diesen Prinzipien Verbreitung und Geltung verschafft werden sollte - globale Massenkommunikationsmittel und internationaler Terrorismus - waren alles andere als mittelalterlich. Der Angriff auf die "Satanischen Verse" war raffiniert, originell, unbarmherzig und ausdauernd. Und er ist gescheitert.

Das Objekt dieses Bannfluchs, das Buch, das aus den Annalen der Geschichte getilgt werden sollte, wird inzwischen weltweit in zwanzig Sprachen frei vertrieben. Buchhändler und Verleger haben es mutig und prinzipienbewußt verteidigt; Tausende von Individuen und Organisationen haben es ihnen mit Entschlossenheit gleichgetan. Mit ihrer aller Hilfe haben die "Satanischen Verse" überlebt und die lange Reise aus der Welt des Skandals zurück in die Welt der Bücher angetreten.

Auch muslimische Leser - darunter Hunderte von Schriftgelehrten - in vielen Ländern haben den Roman verteidigt. Aus Damaskus habe ich sogar vernommen, daß das Buch dort auf dem Lehrplan steht. Die ruhigen Stimmen derer, die es als dichterisches Werk gelesen und gewürdigt haben, verdrängen nun das Wutgebell jener, die es gehaßt haben - oft, wenn auch nicht immer, nur auf Grundlage bloßen Hörensagens.

Was den Autor anbetrifft: Er hat nie aufgehört, zu veröffentlichen und seine Meinung zu sagen. Einen Maulkorb hat er sich nicht verpassen lassen.

Ich habe auch sonst versucht, wieder aus der Schattenexistenz aufzutauchen, zu der ich zeitweise genötigt war. Weiterschreiben und offener leben: Damit habe ich signalisiert, daß ich mich nicht einschüchtern lassen würde.

Manche Kommentatoren haben mich kritisiert, als ich mich wieder in die Öffentlichkeit wagte; doch haben sie bedacht, was für Folgen es gehabt hätte, wenn ich unsichtbar geblieben wäre? Wollen wir wirklich der Welt zu verstehen geben, daß die Fatwa wirkt?

In den letzten Monaten bin ich in ein Dutzend Länder gereist (übrigens, ohne daß dies - wenn ich das sagen darf - den britischen Steuerzahler einen Penny gekostet hätte). Ich habe während der Reisen bei meinen Lesern, den Buchhändlern und sogar bei den Journalisten eine zögernde Feierstimmung vorgefunden. Und es gibt - wenn auch mit Vorsicht - in der Tat etwas zu feiern: Der Bedrohung wurde die Spitze genommen.