Was lange währt, wird endlich gut - sagt der Volksmund. Für die Bonner Politstrategen gilt eher der Umkehrschluß: Je länger sie etwas vor sich herschieben, um so schlechter ist das Ergebnis. Neuer Beweis für diese These: die vom Bundestag beschlossene Regelung, wer zu welchen Konditionen seine vom SED-Regime enteigneten Grenz- und Mauergrundstücke zurückerhält. Nach sechs Jahren zähen Feilschens ist das Gesetz zu einem Sammelsurium von Ungereimtheiten geworden.

Gewiß, das Problem ist höchst delikat. Denn der Bund ist als Rechtsnachfolger der DDR Besitzer dieser Grundstücke, die teilweise äußerst wertvoll sind. Doch das Ergebnis gleicht mehr einem Willkür- als einem nachvollziehbaren Rechtsakt. Die Preise, zu denen die Alteigentümer ihre Grundstücke zurückkaufen können, muten ebenso beliebig an wie die Stichtagsregelung. Wieder einmal erweist sich die Eigentumsfrage als politischer Zündstoff - sowohl für die Betroffenen als auch für die Haushaltskasse.