Als die Götter noch das Geräuschmonopol hatten, also vor ungefähr 5000 Jahren, wurden Verstöße gegen die Lärmschutzordnung streng geahndet: "Enlil hörte das Getöse und sagte zu den Göttern im Rat: ,Dieser Tumult der Menschheit ist unerträglich, und es ist nicht mehr möglich zu schlafen.` Und so wurden die Götter bewegt, die Flut zu schicken." Das berichtet ein zum Gilgamesch-Epos gehörendes Keilschriftfragment über die eigentlichen Ursachen der Sintflut.

Fortan lärmte, wer die Macht hatte. Fanfaren begleiteten die Auftritte der Könige, Kirchenglocken kündeten von der Herrschaft des rechten Glaubens. In China beschloß das Amt für Maße und Gewichte im Jahre 239 v. Chr., daß sich alle Töne im Land nach dem Klang der zentralen Gelben Glocke, der Huang Chung, zu richten haben. Sollte jemals der Feind diese Glocke läuten, fürchteten die Chinesen, dann würde das Reich der Mitte zusammenbrechen. Platon warnt in seiner "Politeia" sinngemäß: "Wenn die Musik sich verändert, wackeln die Mauern der Polis."

Klang und Krach dienen seit jeher als Symbol und Instrument der Herrschaft. Nur wer einer Ge-