Die deutschen Veranstalter haben Kroatien wieder in ihre Programme aufgenommen: Nach dem Friedensabkommen von Dayton hofft das Land auf die Rückkehr der Touristen.

Rund fünf Millionen Ausländer machten 1990 Urlaub an Kroatiens Adria. Doch dann schränkte der Krieg den Ferientrubel drastisch ein. "Nach dem Friedensabkommen von Dayton haben wir viele Anfragen, insbesondere von unseren ehemaligen Stammgästen", sagt Ankija Ronji von der Kroatischen Tourismuszentrale in Frankfurt (Karlsruher Straße 18/8, 60329 Frankfurt, Tel. 069/25 20 45).

Auch Zeljko Toncinic, Direktor der Kroatischen Tourismuszentrale in Zagreb, ist zuversichtlich: "Zum Glück konnten wir alle wichtigen deutschen Reiseveranstalter davon überzeugen, unsere Küste wieder anzubieten", erklärt er. TUI, NUR, ITS und ADAC-Reisen haben, ebenso wie viele mittlere und kleine Veranstalter, Kroatien in ihre Sommerkataloge aufgenommen.

Allerdings: Schon im vergangenen Jahr war Kroatiens Küste in den Katalogen vertreten. Bis die Auseinandersetzungen um die Krajina für ein abruptes Ferienende sorgten und die Veranstalter vorübergehend wieder auf Distanz brachten. "In diesem Jahr ist die Situation eine ganz andere", beteuert Zeljko Toncinic, "Probleme gibt es allenfalls noch in Ostslawonien, rund um Osijek und Vukovar. Aber das liegt sehr weit entfernt von der Adria, am entgegengesetzten Ende Landes."

Die Krajina hingegen sei befriedet. Auch die Plitvicer Seen mit ihren berühmten Wasserfällen seien somit wieder frei zugänglich. "Die Straße dorthin ist bereits in einwandfreiem Zustand", sagt Toncinic. "Allerdings hat dort bislang erst ein Hotel wiedereröffnet, im Sommer folgt ein zweites."

Schon 1995 sind viele Segler an die kroatische Küste zurückgekehrt. "Der nautische Tourismus hat bereits wieder eine Größenordnung wie vor dem Krieg", meint Toncinic, "die Marinas im oberen Teil der Adriaküste waren im vergangenen Sommer voll belegt."

Mit der Versorgung gebe es auch für Individualreisende keinerlei Probleme, das Warenangebot entspreche dem westlicher Länder. Die Preise allerdings auch: "Sie liegen", so Jürgen J. Engels, Pressesprecher der Kroatischen Tourismuszentrale, "ähnlich hoch wie in Deutschland oder Österreich - Kroatien ist kein Billigreiseland."