Was ist die Welt kleinlich! Da reibt sich nun der Gerhard Schröder für sein Niedersachsen auf, kämpft an vorderster Front nicht nur für die, sondern auch mit der SPD (Stichwort: Ökosteuer) - und dann gönnt man dem Genossen nicht einmal, einen netten Abend in fröhlicher Gesellschaft zu genießen. So eine Teilnahme am zwanglosen Beisammensein im Frack und in einer Loge der Wiener Oper gehört doch zur besten Tradition erfolgreicher Ministerpräsidenten.

Müssen da immer gleich Neidhammel fragen, wer den Flug für Schröder nebst Gemahlin im Dienst-Jet des VW-Konzerns bezahlt? Natürlich zahlt Schröder selbst - obwohl er immerhin dem Aufsichtsrat des Konzerns angehört. Und daß der Automann Piëch dem Automann Schröder die Logenplätze beim Opernball spendiert, ist doch wahrlich nicht zu rügen. Schließlich sind sich die Herren in eben dem Aufsichtsrat schon nähergekommen, und außerdem kann sich der VW-Chef keinen besseren Lobbyisten denken als seinen Männerfreund im Regierungssessel. Fehlt jetzt nur noch, daß das Finanzamt die zwei mal 5000 Mark, die die Logenplätze für die Schröders laut der Recherche mißgünstiger Journalisten gekostet haben, als geldwerten Vorteil ansieht und Einkommensteuer darauf kassiert. Armer Schröder.