Der berühmte Zahnarzt in Gummersbach war lange Jahre für die Redaktion der typische Leser der ZEIT. Wir haben ihm zwar nie persönlich die Hand geschüttelt, ihn uns aber immer so vorgestellt. Ja, der könnte es sein: Studiert, mitten in Deutschland, mitten im Leben, ein, zwei Kinder, jeden Donnerstag auf das Weltblatt aus Hamburg begierig wartend, und spätestens am Wochenende hat er es verschlungen. Seine Frau bekommt das Magazin, die Kinder bekommen später, wenn sie studieren, ein Studenten-Abo.

Wer liest das Weltblatt für Politik, Wirtschaft, Handel und Kultur nun aber wirklich?

Im obersten Stockwerk des Pressehauses in Hamburg sitzen die Mediaplaner. Sie sammeln statistische Daten und Fakten und fügen sie zu einem sogenannten soziodemographischen Profil der ZEIT-Leserschaft zusammen. Dieses ist wichtig für die, die Anzeigen aufgeben, denn sie wollen wissen: Wer kauft die Zeitung, wer liest sie, welchem Beruf geht er nach, was hat er im Portemonnaie?

Also denn: Rund 480 000 Exemplare der ZEIT werden jede Woche verkauft, 55 Prozent davon sind abonniert. Das Blatt wird weitergereicht, unter Freunden, in der Familie, deshalb lesen die Zeitung wesentlich mehr Menschen - 1,48 Millionen oder 2,3 Prozent von rund 63 Millionen Deutschen im Alter von über vierzehn Jahren. Man nennt dies Reichweite. (Diese und alle folgenden Zahlen entstammen der Media-Analyse '95.)

Mehr als die Hälfte der Leserschaft sind Männer, 57 Prozent.

5 Prozent der Leserinnen und Leser sind zwischen 14 und 19 Jahre alt, 19 Prozent zwischen 20 und 29 Jahre, 22 Prozent zwischen 30 und 39.

Was bedeutet, daß rund 46 Prozent aller Leserinnen und Leser jünger als 40 Jahre sind.