Sechs Uhr morgens ist eine frühe Zeit, auch für Touristen die von Köln/Bonn ins warme Tunesien fliegen wollen. Und dennoch waren einige hellwach. Kein Wunder angesichts der Osterüberraschung, die ihnen die LTU an diesem Mittwoch bot: Auf dem Jet prangte anstelle der vertrauten LTU-Farben das Signet einer norwegischen Fluglinie - und dann streikte auch noch der Bordcomputer.

Schnell kamen da unschöne Assoziationen mit dem Birgenair-Desaster hoch. Anstatt geduldig den Austausch des defekten Teils abzuwarten, probten etliche Touristen den Aufstand.

Da halfen den LTU-Chefs auch die plausibelsten Erklärungen nicht, und daß ein LTU-Team zuvor in Norwegen Gerät und Firma geprüft hatte, konnte ebenfalls nicht beruhigen. Daß die Airline Reisebüros und Veranstaltern den Austausch mitgeteilt hatte, war zu vielen Urlaubern nicht durchgedrungen - und schließlich hatten sie bewußt eine deutsche Linie gewählt.

König Kunde zeigte Muskeln - und den Managern blieb keine Wahl: Wer nicht in den Norweger-Jet steigen wollte, wurde umgebucht oder bekommt sein Geld zurück. Und die Moral von der Geschicht: Unterschätze wache Touris nicht.