So geht das: Du gehst in Bett, sprichst dein Nachtgebet, und am nächsten Morgen kennt dich die ganze Welt. Und so vermelden wir nicht ohne Rührung: A Star is born! Barbara Auer ist jetzt zu den ganz Großen, den wahrhaft Unsterblichen des Kinos aufgerückt. Am Samstag, dem 13. April, bekommt sie die Goldene Filmspule des Kommunalen Kinos "d'Linse" in D-88250 Weingarten daselbst überreicht - für ihre "Verdienste um den deutschen Kinofilm, in welchem sie seit mehr als zehn Jahren zielsicher zwischen unterhaltsamen Komödien und nachdenklichem Erzählkino changiert". Der Preis ist mit zweitausend Mark ("davon anteilig DM 1.000,- als Kultursponsoring der Brauerei Härle/Leutkirch") dotiert. Die undotierten Oscars gewannen derweil nebenan in Los Angeles der Haudegen Mel Gibson für seinen Haudegenfilm "Braveheart" sowie Nicolas Cage ("Leaving Las Vegas") und Susan Sarandon ("Dead Man Walking") als beste Hauptdarsteller. "Sinn und Sinnlichkeit", der große Favorit, ging mit einem Neben-Oscar für Emma Thompsons Drehbuch beinahe leer aus, und Anthony Hopkins ("Nixon") und Sharon Stone ("Casino") bekamen gar nix. Wir gratulieren!

Machbarkeitsschloß

Warum immer nur die Berliner! Auch die Braunschweiger hatten ein Schloß. Auch sie lassen und lassen nicht nach, es sich zurückzureden und -zuschreiben, die Braunschweiger Zeitung ist auch dafür. Kurzum: Der im Krieg ramponierte Palast ist 1960 abgetragen worden. Aus und vorbei? Mitnichten, und nun ist genug des Redens, nun hat der nimmermüde "Verein Wettbewerb Braunschweiger Schloß" dem Rat der Stadt eine "Machbarkeitsstudie" vorgelegt, für die er eine Essener Consulting-Firma das Projekt schon mal hat planen, zeichnen, vor allem durchrechnen lassen. Es ist alles ganz einfach: Das neue Schloß - vorn auf alt, hinten und im Inneren auf ganz neu - koste bloß 120 (nicht 300 oder mehr) Millionen Mark, es rechne sich, hinter der rekonstruierten Westfassade sollen sich Cafés, diverse Geschäfte und, natürlich, Büros sowie als Hauptattraktion ein Großkino mit 2250 Sitzplätzen ausbreiten. Und so, sagt die Braunschweiger Restauration, haben wir unser altes Schloß wieder. Zauberei? Aber nein: Die Stadt brauche nur das Grundstück auf Erbpacht herzugeben "und erhält dafür die Fassade", und in der Horten-Tiefgarage nahebei gibt es sowieso schon tausend Plätze, die abends ungenutzt herumliegen. Die Zeitung sagt hell begeistert "Ja zum Schloßbau", erstens, weil die Stadt wieder einen Mittelpunkt bekäme, klassizistisch-barock a la Baumeister Ottmer; weil zweitens eine Verkehrsachse korrigiert würde; so ein Fassadenschloß hätte, drittens, zur Expo 2000 (Mensch, Natur, Technik) eine tolle "Werbewirkung mit der Möglichkeit, endlich mal wieder Schlagzeilen in ganz Europa zu machen"; viertens käme das Großkino sowieso, warum also nicht eines mit einer netten Schürze aus Schloß. "Geldgeber sind schon da." Die Berliner werden schäumen vor Neid und fortan alle nach Braunschweig verreisen - froh darüber, diesen Unsinn an der Spree unterlassen zu haben.

Brinkmann: Abverkauf

In der ZEIT Nr. 13 meldeten wir: Auslieferung des Materialienbandes "/:Vechta! Eine Fiktion!/Der Dichter Rolf Dieter Brinkmann" gestoppt. Brinkmanns Witwe und Sohn hatten eine Verletzung ihrer Urheberrechte geltend gemacht und "weitere Punkte in der Publikation bemängelt". Nun aber ist eine Einigung erzielt worden: Der Osnabrücker secolo-Verlag darf das Buch bis zum 8. Juni "abverkaufen". Am 9. Juni wird "/:Vechta! Eine Fiktion!/" also nirgendwo mehr zu haben sein. Und "Abverkauf" ist österr. und heißt Ausverkauf.

Von ZEIT-Mitarbeitern

Ihr Brot verdienen sie bei der ZEIT. Ihre Kunst zeigen sie jetzt in Hamburg. Zum zweiten Mal "4mal": Unter diesem Titel stellen Thyrso A. Brisólla, Dietmar Dänecke, Wolfgang Sischke und Wolfgang Wiese - alle vier mitverantwortlich für die Typographie und die graphische Gestaltung der ZEIT - ihre Bilder, Photographien, Skulpturen und Objekte in der Galerie Helga Kramer aus. Direkt an der Elbe, Große Elbstraße 146, und noch bis zum 27. April.