Werden Bayern München und Co. künftig ihre Heimspiele im Uefa-Pokalwettbewerb und beim Europapokal der Pokalsieger selbst an den meistbietenden Fernsehsender verkaufen und dabei tüchtig abkassieren? Oder bleibt der Deutsche Fußballbund (DFB) Alleinanbieter der begehrten Rechte? Diese Frage wird nun der Bundesgerichtshof klären müssen. Denn die DFB-Funktionäre haben entschieden, die letzte Instanz anzurufen, wie DFB-Sprecher Michael Novak bestätigt.

Nach dem Bundeskartellamt hatte auch das Berliner Kammergericht dem DFB die rote Karte gezeigt. Veranstalter der Spiele ist laut Kammergericht "derjenige, der in organisatorischer und finanzieller Hinsicht . . . verantwortlich ist . . . und das unternehmerische Risiko trägt": also der Heimverein. Bevor der BGH sich der Sache annimmt, werden etliche Monate ins Land ziehen. Eines haben die Fußballfunktionäre damit jedenfalls gewonnen: ein Spiel auf Zeit.

In schlechten Zeiten ist guter Rat besonders gefragt. Das traditionsreiche Münchner Warenhausunternehmen Ludwig Beck, das seine Kölner Filiale Ende 1995 verlustreich schließen mußte und deshalb die Hamburger Finanzgruppe BC Partner als neuen Großaktionär erhielt, baut künftig auf sachkundigen Rat des Handelsmanagers Edgar Rosenberger. Der Hamburger Modehändler, der 1992 seine eigene Kette Ipuri gründete, kann den Münchnern mit vielfältigen Anregungen dienen: Seit 1980 hatte er die schwedische Textilkette Hennes & Mauritz in Deutschland etabliert. 1987 bis 1992 war er Gesellschafter und Geschäftsführer von Esprit Deutschland. So viel Textil-Know-how wollte sich auch schon Karstadt-Chef Walter Deuss sichern. Seit Anfang des Jahres ist der Essener Warenhausriese mit 25 Prozent an Ipuri beteiligt.

Für den Vorstandsvorsitzenden von Aral, Klaus Wollschläger, ist die geplante Zusammenarbeit seines Partners Mobil mit dem Konkurrenten BP im europäischen Mineralölgeschäft eine "auf Dauer angelegte, intime Verbindung". Das "Fremdgehen" von Mobil könnte Folgen haben. Denn das umfangreiche Aral-Vertragswerk verpflichtet die Aktionäre, das Unternehmen zu fördern, und verbietet ihnen, Informationen über Aral an Wettbewerber weiterzugeben. Mobil hat zugesichert, sich vertragskonform zu verhalten.

Die übrigen Aral-Aktionäre - Veba und die BASF-Tochter Wintershall - wollen auf keinen Fall einer Realteilung des größten deutschen Tankstellennetzes zustimmen. Eher hoffen sie wohl auf einen Fehltritt von Mobil, sieht doch der Vertrag in diesem Fall ein Ausscheiden gegen Barabfindung vor. Die Frage nach dem Preis hat Aral-Vorstandsmitglied Hans Ulrich Steenken bereits indirekt beantwortet: Beim Verkauf von Tankstellennetzen seien in der Vergangenheit zwischen 500 und 1000 Mark je Tonne Jahresabsatz gezahlt worden. Bei einem Absatz von 12,5 Millionen Tonnen und einem Mobil-Anteil an Aral von 28 Prozent errechnet sich daraus bei Ansatz des höchsten Wertes ein Preis von 3,5 Milliarden Mark.

Preiskrieg mit - noch - unabsehbaren Folgen: Um die Auflage endlich auf über eine Million Exemplare zu hieven, hatte der Hamburger Großverlag Gruner + Jahr seiner vierzehntäglich erscheinenden Programmzeitschrift TV Today den Discountpreis von einer Mark verordnet statt vorher 2,30 Mark. Wettbewerblich ein Unding, befand einhellig die Konkurrenz und zwang G + J vor Gericht, den Kampfpreis schnellstens wieder anzuheben. Nach 1,80 Mark sollte das Heft in der vergangenen Woche zu einem neuen "Normalpreis" an den Markt kommen. Pech für G + J: Die Konkurrenten Bauer mit TV Movie und Verlagsgruppe Milchstraße mit TV Spielfilm hatten bereits reagiert: Deren Blätter kosten jetzt 1,80 Mark, G + J hatte sich für 2 Mark entschieden. In der kommenden Woche kommen die neuen Ausgaben an den Markt. Preisfrage: Zu welchem Preis?

Für Martin Fischer, Geschäftsführer der Milchstraße, geht es indes gar nicht um den G + J-Ableger TV Today. Sein Erzkonkurrent ist der Bauer-Verlag, dessen TV Movie einst selbst mit einem Kampfpreis von 1,80 Mark gegen TV Spielfilm (Preis 2,50 Mark) angetreten war und die Marktführerschaft übernommen hatte. Doch seit Bauer preislich mit der Milchstraße gleichgezogen hat, nähern sich die Auflagengiganten (2,5 und 2,6 Millionen Exemplare) einander an. Bauer, so vermutet Fischer, wollte mit einer Preissenkung den alten Abstand wiederherstellen. Nun sitzen alle in der Tinte. "Das geht", so Fischer, "zu Lasten der Rendite."