Seit Jahren observieren wir die Ostberliner Humboldt-Universität - mit Grund! Einst barg das Gemäuer Unter den Linden eine Brutstätte der SED. Nach der Wende und allerlei Amsel-, Drossel-, Finkenflug erklärte man sich für erneuert. Tschekistentrug! Jetzt trapste die Nachtigall mit roten Knobelbechern ins Audimax: Die Theologische Fakultät wurde aufgelöst. Theologie sei wertloser Aberglaube.

Sämtliche an Theologen verliehenen akademischen Grade sind aberkannt. Die Degradierten dürfen binnen sechs Monaten in Marxismus promovieren. Die theologische Bibliothek wurde bereits gegenüber auf dem Opernplatz - nein, nicht verbrannt; das wagt die PDS noch nicht in Ostberlin. Ihre Hochschul-Büttel verschleuderten die unersetzlichen Schätze gegen Spende für Castros Kuba.

Bevor man Humboldt auch noch den vakanten Namen des ehemaligen Leipziger Universitätspatrons Karl Marx verpaßt, gestehen wir: Obiges war ein kleiner Scherz. Der Humboldt-Uni attestieren wir das Beste. Die Geschichte hat sich in Tirana abgespielt und betrifft dort nicht die Theologen, sondern die Marxisten. Endlich kommt auch in Albanien die Demokratie in Gang.