Nicht jeder wird aus Fehlern klug. Und es gab allen Grund zu der Annahme, daß auch jene Bonner Minister, die sich die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie auf die Fahnen geschrieben haben, zu kleinmütig sein würden, einen bösen Fauxpas einzugestehen. Das windelweiche und kaum nachprüfbare Versprechen der deutschen Industrie, ihre klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen zu senken, kommentierte beispielsweise Günter Rexrodt seinerzeit mit den Worten, die Umweltpolitik habe nun endlich "eine neue Richtung eingeschlagen". Dieses Zeugnis der Ahnungslosigkeit legte der Wirtschaftsminister vor fast genau einem Jahr öffentlich ab.

Doch, überraschend genug: Rexrodt und seine Kollegin Angela Merkel haben gelernt. Zwölf von neunzehn Industrieverbänden handelten sie nun die Zusage ab, ihre CO2-Emissionen nicht nur pro Wertschöpfungseinheit, sondern auch absolut bis zum Jahr 2005 zu senken. Zwar ist der Industrie schon rund die Hälfte des Versprechens durch den Wirtschaftskollaps östlich der Elbe in den Schoß gefallen. Doch immerhin: Jetzt stimmt die Richtung wenigstens. Respekt.