Nichts will mehr so richtig wachsen in diesem Lande. Das Oskar-Matzerath-Syndrom waltet, wohin man blickt: bei der Wirtschaft, beim Wählerreservoir der SPD und selbst im häuslichen Garten - wg. ungewöhnlich kühler Witterung. Nur die Erwerbslosigkeit klettert nach oben, doch daran haben wir uns längst gewöhnt. In dieser Wachstumspause kommt aus dem Norden antizyklische Kunde. Das Kraftfahrt-Bundesamt meldet zunehmendes Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer. Um 6,2 Prozent (auf über 6 Millionen) wuchs im vergangenen Jahr die Zahl der Straßensünder, und keiner weiß so recht, warum. Befinden wir uns nicht auf dem Weg in eine unfreiwillige Freizeitgesellschaft (siehe Erwerbslosigkeit), in der doch mehr Muße und Langsamkeit herrschen müßten? Sind die verschärften Polizeikontrollen keine Abschreckung gegen Rotlicht-Rowdies und Tempo-Terroristen?

Offenbar stimmt das mit der immer laxer werdenden Moral. Aus Flensburg bekommen wir leider nur den statistischen Bescheid. Der grundsätzliche findet sich in der Bibel: Die Menschen sind allzumal Sünder. Aber müssen die sich unbedingt auf den Straßen austoben?