Hallo, da sind wir wieder. Soeben zurück vom Derwischtanz in Kappadokien.

Gern würden wir an dieser Stelle kurz über die dabei gesammelten Erfahrungen plaudern, doch erstens ist uns noch leicht schwindlig, zweitens stehen wir wahnsinnig unter Zeitdruck. Denn der Koffer muß rasch umgepackt werden für ein zweiwöchiges Tarot-Seminar in Irland.

Ganz recht, die Esoterikwelle hat uns erfaßt. Endlich, könnte man sagen, immerhin suchen wir seit Jahren nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung. Nicht, daß wir uns nicht bemüht hätten.

Man denke nur an die ungezählten Hobbyferienkurse, wo wir im Kreise Gleichgesinnter Wildkräuter zum Schnapsbrennen sammelten, Teppiche knüpften oder, mit zweifelhaftem Erfolg, Seidentücher bemalten.

Vertane Zeit, im nachhinein besehen, bis auf die ernüchternde Erkenntnis, daß wir kunsthandwerklich komplette Nieten sind. Und schlimmer noch: Durch das ewige Geschenkebasteln verschliefen wir die dramatische Trendwende und hockten immer noch brav an der Töpferscheibe, als andere zwecks Selbsterfahrung längst über glühende Kohlenhaufen rannten oder sich das Wissen der polynesischen Ureinwohner aneigneten.

Eine Bildungslücke, die sich selbst bei größter Anstrengung kaum mehr schließen läßt. Aber wir bemühen uns. So können wir mittlerweile immerhin zwei Wochen Atemtherapie in einem Tessiner Kloster, zehn Tage im Meditationscamp auf Malta sowie einen kombinierten Crashkurs in Trommeln und Körpererfahrung auf Lanzarote vorweisen. Desweiteren besitzen wir dank einer intensiven Schulung auf Kreta recht annehmbare Fähigkeiten im Träumedeuten, was unseren Beliebtheitsgrad im Bekanntenkreis übrigens enorm gesteigert hat.

Eigentlich wollten wir die esoterische Laufbahn jetzt beenden.