Ausgerechnet jetzt, da der Film läuft, für den er Pate stand, muß Jürgen Schneider auf einen Kinobesuch verzichten. Der einstige Baulöwe sitzt, weil er des Betrugs und Bankrotts verdächtigt wird, in Untersuchungshaft und kann deshalb kein Urteil darüber fällen, ob "Peanuts - Die Bank zahlt alles" auch wirklich das Prädikat "wertvoll" verdient.

Daß die deutsche Dokumentarkomödie nun nach amerikanischem Vorbild den Auftakt einer ganzen Peanuts-Serie auf der Leinwand bildet, ist eher unwahrscheinlich. Doch im richtigen Wirtschaftsleben bleiben, wenn auch weniger dramatisch, Pleiten am Immobilienmarkt ein Thema mit Fortsetzungen. So mußte Anfang des Jahres das Ehepaar Dabelstein, das in Hamburg ein Grundvermögen von rund einer Milliarde Mark sein eigen nannte, den Gang zum Konkursrichter antreten.

Weitere Zusammenbrüche sind in der Branche zu befürchten.

Denn zumindest aus Sicht der Grundbesitzer und ihrer Finanziers steckt der Immobilienmarkt in einer Krise. Vor allem bei Gewerbeflächen übertrifft das Angebot - je nach Region mehr oder weniger deutlich - die Nachfrage.

Dies ist die Folge des Booms, der Ende der achtziger Jahre einsetzte.

Der große Bedarf an modernen Büroräumen ließ die Mieten in Stadtzentren auf bis dahin unerreichte Höhen klettern und löste eine heftige Bautätigkeit aus, die sich auch in die Randgebiete der Ballungszentren erstreckte. Nach dem Fall der Mauer gab es erst recht kein Halten mehr. Dem Lockruf des Betongoldes konnte kaum ein westlicher Investor widerstehen: Im Osten der Republik wurde gebaut, was die Kräne hergaben.

Doch der Euphorie folgte rasch die Ernüchterung. Dafür sorgte nicht nur das Ende der vereinigungsbedingten Sonderkonjunktur, sondern auch der Beginn der Debatte über den Standort Deutschland.