In der Tat: Mietausfälle können Investoren, die über kein solides finanzielles Fundament verfügen, rasch in den Ruin treiben. Denn die Kosten von Leerständen sind immens: Schließlich muß der Eigentümer nicht nur weiterhin Zinsen und Tilgung an seine Kreditgeber zahlen.

Auch der finanzielle Aufwand für den Unterhalt schlägt zu Buche - und zwar beachtlich.

Jones Lang Wootton schätzt allein die durchschnittlichen Leerstandskosten eines Bürogebäudes - etwa für Heizung oder Klimaanlage - auf neun Mark je Quadratmeter Fläche. Nur wer viel Eigenkapital in das Objekt gesteckt hat und dementsprechend wenig Kredite bedienen muß, kann unter diesen Umständen auch eine längere Durststrecke finanziell überstehen.

Der CKV-Konzern des Münchner Immobilienkaufmanns Christian Krawinkel etwa scheint sich den seit mehr als ein Jahr andauernden Leerstand eines Bürogebäudes in Frankfurt leisten zu können. Bevor er bei der Miete "Dumpingpreise akzeptiert", warte er lieber ab, verkündet CKV-Manager Frank Multerer.

Auch finanzstarke Großinvestoren wie offene Immobilienfonds oder Versicherungen können kleinere Leerstände im allgemeinen ohne größere Schwierigkeiten verkraften. Die Fondsgesellschaft der Sparkassen (Despa) rechnet vor, daß der Leerstand ihres Objektes Fleethof in Hamburg den Wert eines Fondsanteils nur marginal vermindert.

Peanuts - die Bank zahlt alles? Immerhin droht klammen Investoren nicht automatisch das baldige Aus. Die Banken haben gelernt, daß es unter Umständen wirtschaftlich sinnvoller sein kann, einen in Schwierigkeiten geratenen Kreditkunden mit Zahlungserleichterungen über Wasser zu halten, als ihn untergehen zu lassen. Denn größere Immobilienpleiten verderben nicht nur die Preise, sondern verursachen auch hohe Kosten für Abschreibungen und Abwicklung. Insofern ist die Aussage eines Spitzenbankers, Jürgen Schneider hätte auf Hilfe hoffen können, wäre er nicht geflohen, durchaus plausibel. Der inhaftierte Unternehmer hätte sich möglicherweise einiges ersparen können.

Auf ein Entgegenkommen der Banken können aber nur diejenigen Investoren bauen, die zu groß sind, um sie leichtfertig fallenzulassen, oder die über Objekte verfügen, die mittelfristig Wertzuwächse versprechen.