Microsoft-Chef Bill Gates ist nicht mehr zu bremsen. Anfang des Jahres startete er schon einen Großangriff auf Netscape, den erfolgreichen Produzenten von Internet-Software. Jetzt präsentiert er seine Idee, wie ein Internet-Computer für nur 500 Dollar beschaffen sein könnte.

Der Hausrechner von morgen soll eine einfach zu benutzende Kombination von Internet, PC und all den elektronischen Geräten sein, die derzeit Haushalte bestücken: Fernsehgerät, Videorecorder und Stereoanlage.

Simply Interactive Personal Computer (SIPC) soll das elektronische Universalgerät heißen, das Microsoft freilich nicht selber produzieren will. Das sollen Branchengrößen wie Sony, Toshiba oder Compaq übernehmen. Die ersten Geräte könnten schon Mitte nächsten Jahres auf dem Markt sein. Allerdings: Auch Sun Microsystems und Oracle haben bereits ein Internet-Gerät propagiert - einen billigen, einfach zu bedienenden Netzcomputer, der seine Software übers Internet bekommt.

In der Telekommunikation scheint nichts mehr unmöglich: Derzeit verdichten sich die Nachrichten um eine Großfusion in England - mit weitreichenden Folgen für die Bundesrepublik. Die beiden langjährigen Erzrivalen British Telecom (BT) und Cable & Wireless (C&W) planen offensichtlich, einen großen Teil ihrer Geschäfte zusammenzulegen.

Damit aber würde auch das Übernahmekarussell weiter beschleunigt.

Der Grund: Das neue Gespann müßte die C&W-Tochter Mercury abtreten, denn sie ist zur Zeit noch die Hauptkonkurrentin von BT. Daß der in Großbritannien dominante Telephonkonzern seinen eigenen Wettbewerber schluckt, dürfte kein Kartellwächter Europas gutheißen. Wer aber wird Mercury kaufen?

Die deutsche Telekom wies Gerüchte über den Erwerb der britischen Gesellschaft zu Beginn der Woche noch als Spekulation zurück. Gleichwohl ist kaum vorstellbar, daß Deutsche und Franzosen - beide sind bereits in einer Allianz verbandelt - den britischen Markt kampflos aufgeben, zumal die amerikanische Telephongesellschaft AT&T ebenfalls als potentieller Aufkäufer gilt. BT-Chef Ian Vallance sah das bisherige Engagement der Amerikaner in England zu Beginn des Jahres noch sehr gelassen. Mit dem Kauf von Mercury aber könnte AT&T richtig durchstarten.