ZEIT: Monsieur Artus, wer würde den größten Vorteil aus der Währungsunion ziehen?

Artus: Das wären die Deutschen. Da gibt es keinen Zweifel.

ZEIT: Warum wollen dann so viele Deutsche noch immer nicht die Mark gegen den Euro eintauschen?

Artus: Die starke Mark ist ein Mythos, allerdings zu Unrecht.

Anders als oft behauptet wird, hat die starke Mark in Deutschland weder mehr Lohndisziplin noch weniger Inflation als in vergleichbaren Ländern gebracht. Frankreich etwa erzielte auf beiden Gebieten seit 1987 bessere Ergebnisse. Mit rationalen Augen betrachtet, ist die starke Mark heute für die Deutschen ein Problem.

ZEIT: Inwiefern?

Artus: Die Mark ist heute überbewertet. Das treibt die Preise für deutsche Produkte auf den Exportmärkten hoch und macht die Produktivitätsfortschritte der Unternehmen zunichte. Da die Deutschen die gleichen Güter mit den gleichen Fertigungstechniken für die gleichen Märkte herstellen wie etwa die Franzosen oder die Norditaliener, schwächt die starke Mark letztendlich die deutsche Wettbewerbsfähigkeit.