Anfang August 1995 erschien im Essener Klartext-Verlag ein (satirisches) Fußballbuch mit dem Titel "So werde ich Heribert Faßbender. Grund- und Aufbauwortschatz Fußballreportage" und geht seitdem weg wie Toffifee. Der Grund liegt auf der Hand: Auf 96 Seiten versammelt es sage und schreibe 1750 gängige wie mißlungene - allesamt authentische!

- Wendungen der Fußballreportage, bringt via "komischer" Massierung die Verdinglichung der (Sport-)Sprache - und der ihr ausgesetzten Massen - kritisch auf den Punkt. Dazu gibt's einen wohlüberlegten Titel, ein witziges (Kurz-)Vorwort, sehr schöne Zeichnungen sowie die schlichtweg unvergleichliche Idee, den "Aufbauwortschatz" analog zu den schulischen Vorbildern in Themen aufzugliedern: "Polizei und Gefängnis", "Ruhestörung", "Ackerbau und Viehzucht", "Religion und Diözese" lauten vier von 34 Kapiteln, denen je passende - und jedem Fußballfreund im Dauerschlaf geläufige - Reportagefloskeln zugeordnet sind ("Die Spieler suchen Matthäus"). Das ist so lustig!

Lustig ist auch, daß das Buch vom Zeichner Heribert Lenz, dem Linksradikalen Jürgen Roth und mir, dem Autor dieser Zeilen, verfaßt ist und uns bis heute Schecks erreichen, die - ganz gut sind.

15 000 Mal hat sich das (bewußtseinsanalytische) Standardwerk inzwischen verkauft, der Goldmann Verlag bringt in diesen Wochen eine Lizenzausgabe heraus, und wenn Warner mitmacht, wird's ein Kinofilm. Und dies alles, obwohl die - eigentliche - Buchidee doch eher mittelgroß, fast klein, ja winzig scheint. Scheint!

Und ist! Samt der hineingesteckten Arbeit und Recherche.

Damit jedoch auch andere Autoren und zumal die treuen Käufer einmal sehen, wie das dann trotzdem geht und wie man's anstellt, zahllose Experten, Fernseh-, Radio- und Zeitungsjournalisten bis hin zu Hauser & Kienzle und Sabine ("Tagesthemen") Christiansen für ein (nicht überall und immer neue Wege beschreitendes) Projekt einzuspannen und aus der Medialbagage das Letzte an Public Relations herauszuholen, schreib ich's hier auf. Es geht so:

Erstens: Wenn die hoch angesehene ZEIT anruft und fragt, ob sie die (in ihrer Massierung auch schon mal etwas penetranten) Floskeln auszugsweise vorabdrucken dürfe, dann gibt's nur eins: Sagt ja!