Keiner redet gern über Vorbilder. Dani Levy hat es trotzdem getan: in den "Pressenotizen" der Firma Buena Vista, die seinen Film ins Kino bringt. "Keiner redet wirklich gerne über Vorbilder", sagt er da, "aber, ehrlich gesagt, ich hab' mich gefragt, wieso bis heute aus Europa keine Antwort auf ,Sex, Lies, and Videotape` kam. Der Erfolg des Films beweist doch ..."

Eben!

"Ästhetisch und formal" dagegen, so Levy, habe er sich doch eher an Bertoluccis "Last Tango in Paris" und Pasolinis "Salò" orientieren wollen, "die interessanterweise auch mehr oder weniger Kammerspiele sind". Und: "Alle drei Filme riskieren einen Blick in die Abgründe der Liebe." Mehr oder weniger.

Weniger? Eher mehr. Deshalb auch Cinemascope, denn "dieses ,echte` Kinoformat ... unterstützt die vielen ,Liegeszenen` des Films und gibt den Bildern eine Tiefe und Breite, die der Geschichte einen größeren Atem verleiht".

Und deshalb auch "der exzellente Soundtrack in Dolby SR", der sich, so der Verleih, "in seiner Qualität mit amerikanischen Produktionen messen kann". Und deshalb auch Sex und Erotik, Erotik und Sex, denn, so Maria Schrader, die Hauptdarstellerin: "Wenn man einen solchen Liebesfilm dreht, kann man Erotik und Sex nicht auslassen."

Und Levy: "Wir wollten unsere eigene Sprache finden in einer Mischung aus Schönheit und Härte." Und Schrader: "Keiner von uns hatte jemals Sexszenen in dieser Heftigkeit gedreht." Und Levy: "Erschreckend viele Leute kommen auf uns zu und sagen, ihr habt unser Leben verfilmt."

So Levy, so Schrader, so der Film.