Hans Schueler: "Purer Unsinn", ZEIT Nr. 11; Uwe Wesel: "Wieviel Unwahrheit erträgt ein Land?", ZEIT Nr. 12 Für Schuelers Kritik an Justizminister Schmidt-Jortzig fehlt mir jedes Verständnis! Was spricht dagegen, besonders bedrohte Gruppen unserer Bevölkerung unter Schutz zu stellen? Ich halte den Ansatz des neuen Justizministers für goldrichtig! Sobald dem Rechtsschutzbedürfnis unserer Soldaten durch den entsprechenden Beschluß unseres Parlamentes Rechnung getragen wurde und im Anschluß daran irgendwann auch die Oberförster nicht mehr ungeschützt um ihre Ehre bangen müssen, kann sich das Parlament dann zum Schluß auch um die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger kümmern: "Wer ... Arbeitslose oder Sozialhilfeempfänger in einer Weise verunglimpft, die geeignet ist, das Ansehen der Bundesrepublik ... in der Welt herabzuwürdigen, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder dem Verlust aller öffentlichen Ämter bestraft."

Klaus Neubauer, Essen

Wir leisten uns eine Armee, die die Meinungsfreiheit schützen soll, und schränken die Meinungsfreiheit ein, um diese Armee zu schützen. Da läuft doch wohl was verkehrt. Da sollten wir doch lieber die Armee abschaffen.

Torsten Koopmann, Lüchow

Nur zwei Fragen an Wesel: Will er wirklich die englische und amerikanische Meinungsfreiheit für Deutschland als Maßstab heranziehen? Nicht nur selektiv für die unselige "Soldaten sind Mörder"-Diskussion, wo sie ihm paßt? Ich bin sicher, daß national und international die schlimmsten Befürchtungen über Deutschland aufkämen, wenn bei uns in vergleichbarem Maße gegen Ausländer, Rassen und Volksgruppen gehetzt werden könnte. Warum kommt er noch nicht einmal andeutungsweise auf die Frage, wie der "Soldaten sind Mörder"-Ausspruch auf unsere Soldaten selbst und ihre Angehörigen wirkt?

Wilhelm Bonse-Geuking, Südlohn

Der Gebrauch des Tucholsky-Zitates ist nicht nur ehrverletzend für Soldaten. Er ist vor allen Dingen in Form und Stil unfair.