Nun ist es also bald soweit: Männer werden überflüssig. Zumindest, was das Zeugen betrifft. Denn dazu werden sie in allernächster Zeit nicht mehr benötigt. Nicht mal mehr ihre Zutaten, auch auf die kann man dann glatt verzichten. Ist es schottischen Wissenschaftlern kürzlich doch zum erstenmal gelungen, Lebewesen höherer Art mit Hilfe weiblicher Eizellen, aber ohne männliche Samen herzustellen und in unbegrenzter Anzahl zu vervielfältigen. Fragen Sie mich bitte nicht, wie sie das gemacht haben. Ich habe es nicht begriffen.

Daß es bei dem Experiment "nur" um Schafe ging, sollte die Herren der Schöpfung nicht in Sicherheit wiegen. Auch wenn sie sich - gelegentlich zu Unrecht - den Schafen nur bedingt verwandt fühlen.

Besagte Methode soll nämlich auch auf Menschen anwendbar sein.

Zumindest theoretisch. Und dafür sollten wir dankbar sein. Werden wir doch neuerdings mit Schreckensmeldungen konfrontiert, die besagen, daß dem heutigen Mann allmählich die Puste ausgeht - zeugungstechnisch gesehen. Daß er durchschnittlich nur noch halb soviel Sperma produziert wie sein Geschlechtsgenosse vor fünfzig Jahren. Und es soll ständig weniger werden. Da erscheinen die Schafe ja geradezu als die rettende Lösung. Denn besser gut geklont, als nur mit heißer Luft gezeugt, oder?

Und wie könnte das aussehen in Zukunft? Statt bei Kinderwunsch extra den Ehemann, Freund oder wen auch immer zu bemühen ("Schatz, bist du mal so lieb ...?"), bestellen wir Frauen uns einfach einen vorgefertigten Embryo per Katalog, zum Beispiel Modell Claudia Schiffer oder Boris Becker, je nach Geschmack. Und nicht die Katze im Sack wie bei der herkömmlichen Machart. Das Ganze zur Implantation, denn das Ausbrüten bleibt natürlich mal wieder an uns hängen.

So weit, so gut. Doch was ist mit den Männern? Werden sie sich dem Fortschritt öffnen? Und dankbar reagieren? Denn das sollten sie. Wegen der Arbeitsentlastung natürlich. Und wegen der vorzeigbaren Kinder, für viele immerhin ein Novum! Oder werden sie stur auf Eigenproduktion bestehen in der - gelegentlich irrigen - Annahme: "Was Schiffers und was Beckers können, kann ich schon lange!"?

Ich fürchte, diese ewig Unersetzlichen, die werden das Hauptkontingent stellen. Mit denen wird es Probleme geben. Die werden sich übergangen fühlen, gekränkt in ihrer männlichen Ehre. Und in dem Zustand sind Männer ja bekanntlich zu allem fähig. Sogar zum Zahlungsboykott, o Graus! Denn schließlich kann sie keiner zwingen - bei Fremdproduktion.