Manchmal wird der Einfluß der Touristen auf die Gastgeberregionen überschätzt. Medien, Marketing und - auf Fidschi, wohin uns die Studie der Ethnologin Christiane Kahrmann führt - die Arbeitsmigration sind oft viel entscheidender dafür, daß sich Lebensgewohnheiten ändern.

Die Fidschianer wissen allerdings mit den Touristen umzugehen, indem sie eine "bikulturelle Kompetenz" entwickeln. Das heißt, daß sie zwar, soweit sie beispielsweise als Hotelpersonal arbeiten, ein ausgeprägtes Konkurrenzverhalten entwickeln. In der Dorfgemeinschaft jedoch unverändert solidarisch miteinander umgehen, so wie es ihnen ihre Kultur nahelegt. Sie sind sozusagen in zwei Welten zu Hause.

Diese Entwicklung sollte nicht als Entwarnung mißverstanden werden - die negativen Einflüsse sind trotzdem beträchtlich. Aber für den Schutz ihrer Kultur sorgen die Fidschianer schon selbst, und nur so funktioniert es auch. Dennoch hoffen sie, wie es im Titel von Christiane Kahrmanns Buch anklingt, auf einen "reichen Strand", das heißt, auf zahlungskräftige Touristen aus den reichen Ländern. Aber irgendwie muß der Kaufkrafttransfer von den reichen in die armen Regionen ja klappen.

Christiane Kahrmann:

Hoffen auf den reichen Strand

Tourismus in der Südsee. Die

einheimische Sichtweise;