Eine National Portrait Gallery wie in England oder Schottland gibt es hierzulande nicht. Doch es gibt immerhin, im schönen Halberstadt am Harz, das Gleimhaus. Hier, wo der Domsekretarius und auch Dichter Johann Wilhelm Ludwig "Vater" Gleim von 1747 bis 1803 die deutsche Aufklärung mitorganisierte, wird ein ganz besonderer Schatz gehütet: die einhundertundzwanzig Ölgemälde umfassende Portraitgalerie des sogenannten Freundschaftstempels, ein in Deutschland absolut einzigartiger Bildnisreigen seliger Geister von Klopstock und Lessing bis Seume, von Elisa von der Recke und der Karschin bis Herder, Wieland, Moritz und Jean Paul, Bürger, Winckelmann und Chodowiecki. Zur Zeit (und wahrscheinlich noch bis in den Herbst hinein) wird das schöne alte Bürgerhaus neben dem Dom saniert, nachdem es 1994 schon einen kühnen kleinen Anbau für die gro&szlige Bibliothek erhielt. Eine Gelegenheit, so denken sich die Halberstädter, auch die Galerie geschlossen in die Werkstatt zu bringen. Was allerdings ebenso überraschender- wie zwingenderweise Geld kostet, über welches das Gleimhaus nicht ganz in dem gewünschten Umfang verfügt. Deshalb: Spenden! Bitte! Dichter- und Denker- und Künstlerantlitze bewahren! Pro Portrait werden zwischen 300 bis 1500 Mark benötigt. Und so ist für jeden Pfennig dankbar: der Förderkreis Gleimhaus e. V., Domplatz 31, 38820 Halberstadt; Telephon: 0 39 41/ 6 87 10 (Annegret Loose oder Dr. Ute Pott).

B.E.

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