Das erste, was man von ihm sieht, ist sein nackter Arsch. Ein Sportler, kurz vorm Anpfiff, wie er es mit einer gleichfalls Sorglosen im Umkleideraum treibt, in diesem lüsternen Sportfilm von 1988. Gänzlich schafshaft sein Grinsen, als der Trainer ihn erwischt. Er hat so einen fleischigen Mund mit silbrigem Schimmern, den er zu schlie&szligen vergi&szligt, wenn sein Genuschel verstummt. Die Augen, mit dem Glanz der unbegründeten Gewi&szligheit, versprechen unterdessen: "Ich mach' das irgendwie wett."

Tim Robbins ist die ideale Besetzung für eine unmögliche Type.

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Für diesen Kerl, der sich seine Ausreden selbst glaubt. Einer, der kein Gefühl hat für Zweisamkeit, für die Gemeinschaft. Einer, der den eigenen Vorteil sucht und dem es nicht peinlich ist, wenn alle es merken. Im Zweifelsfall würde man ihn eher beschützen als ihn fallenlassen. Das Modell ist der Zweijährige, jenes Bündel von Partialtrieben mit egomanem Verstand; in diesem Fall fast zwei Meter gro&szlig

Mit siebenunddrei&szligig Jahren ist Tim Robbins in Amerika so hip wie Harvey Keitel oder Quentin Tarantino . Als Schauspieler hat er eine imposante Fassade hochgezogen und als Regisseur dahinter einen soliden Zweckbau errichtet. Im Erdgeschoß haust das Temperament, in den drei Stockwerken darüber haben die Ideen ihre Büros, und im gläsernen Dachgeschoß residiert das Gewissen.

Das jüngste Produkt des selbstverwalteten Betriebs ist ein Film namens "Dead Man Walking" , der nächste Woche in die Kinos kommt, eine beängstigende Studie über die Begegnung zwischen einem zum Tode verurteilten Mörder und einer katholischen Schwester.

(25383 byte) Susan Sarandon, Sean Penn und Tim Robbins bei den Dreharbeiten zu Dead Man Walking.