Fritz J. Raddatz: "In der Gewäschanlage", ZEIT Nr. 13

Der Artikel spricht mir aus der Seele. Was auf der Mattscheibe (sprich: Matsch-Scheibe) geboten wird an politischer Desinformation und geistiger Verflachung, ist tatsächlich der letzte Dreck - eben Matsch, scheibchenweise und rund serviert. Doch auch, wenn der Autor viele schöne und treffende Bezeichnungen für diesen Sachverhalt und dessen Auswirkungen hat - die alte Kinderfrage "Warum" beantwortet er genausowenig wie die Protagonisten der diversen Schwatzsendungen.

Jürgen Werner, Tübingen

Talk-Shows als zusammenhangloses, kleingehacktes Gequatsche sind so, weil Konsumenten und Produzenten sie so wollen. Talk-Shows als zusammenhängende Gespräche, gäbe es sie, würden einen Großteil des Fernsehpublikums wohl geistig zu sehr anstrengen und damit die Einschaltquote senken - Alptraum der Macher, zumal im Kommerzfernsehen.

Denn der Quote sind sie, auf Gedeih und Verderb, ausgeliefert: Programme, Redakteure, ja ganze Sender. Ein menschenunwürdiger Zustand, gewiß, aber unterm Quotendruck nicht zu ändern, fürchte ich.

Hans Wittek, Leutkirch

Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgendein halbwegs normalbegabter Mensch sich eine Talk-Show reinzieht (wie man heut zu sagen pflegt), um sich zu informieren, den Kern der Wahrheit zu erfassen - oder wenigstens tiefer in die Materie einzudringen. Man/frau will sich unterhalten. Und wobei unterhält man/frau sich am besten? Beim Klatsch. Selbst wirklich anspruchsvolle und auf hohem Niveau geführte Talk-Runden waren ob der illustren Gäste und der aparten Themen sicher auch informativ, dienten aber letztlich mehr dem Amüsement.