Mit riesigen Investitionen in die Infrastruktur bereitet sich Rom auf das Kirchenjubiläum im Jahr 2000 vor.

Vierzig Millionen Besucher erwartet die italienische Hauptstadt zu den Feiern der Jahrtausendwende. Doch zahlreiche dringend nötige Arbeiten sind noch unerledigt. Siebzig rund drei Milliarden Mark teure Projekte warten noch auf ihre Verwirklichung. "Wir müssen in weniger als vier Jahren so viel schaffen, wie bei uns normalerweise in zehn Jahren geleistet wird", gesteht der junge Bürgermeister Francesco Rutelli.

Wie es im Jubeljahr nicht anders sein kann, stehen St. Peter und der Petersplatz im Mittelpunkt der Planung. Vom Tiber bis zur Kathedrale soll sich eine gewaltige Fußgängerinsel ausbreiten.

Autos und Busse werden von der protzigen Via della Conciliazione verbannt, die Mussolini in den zwanziger Jahren bauen ließ.

Den ruhenden Verkehr soll ein unterirdisches Parkhaus für tausend Pkw und hundert Reisebusse aufnehmen, das der Vatikan von diesem Frühjahr an in den Gianicolo-Hügel graben lassen will. Zuständig für dieses exterritoriale Projekt ist die Päpstliche Kongregation für die Glaubensverbreitung. Rollbänder für Fußgänger sollen aus dem Berg heraus nicht nur nach St. Peter führen, sondern auch zu den nahe liegenden Krankenhäusern Santo Spirito und Bambino Gesù.

Auch der chronische Autostau vor der Engelsburg, wo sich die Durchgangsstraße auf nur zwei Fahrspuren verengt, dürfte bald der Vergangenheit angehören. Am Justizpalast, so wollen es die Planer, senkt sich die Blechschlange des römischen Verkehrs in knapp vier Jahren unter das Tiber-Niveau und taucht erst an der Mazzini-Brücke wieder auf. Eine neue Linie C der Metropolitana soll die Patriarchalkirchen San Giovanni und St. Peter verbinden.

Zu Fuß können die Besucher im dritten Jahrtausend - teils auf Rolltreppen, teils auf Bändern - von der Endstation an der Piazza del Risorgimento je nach Wunsch zu den Vatikanischen Museen oder zu der von Michelangelos Kuppel überwölbten größten Kirche der Christenheit gelangen.