Der Wettbewerb zwischen den amerikanischen Telekomriesen wird immer härter. Abtrünnige Großkunden müssen inzwischen mit dem Schlimmsten rechnen. Diese Erfahrung machten etwa der Computerkonzern IBM und sein Chef Louis Gerstner: Als er kürzlich der Telephongesellschaft MCI mitteilte, künftig werde der Erzfeind AT&T sein globales Datennetz betreiben, kappte die geschmähte Firma schlichtweg die Leitungen - obwohl der Vertrag mit IBM noch nicht ausgelaufen war.

Die Reaktion von MCI ist verständlich - aber dumm. IBM ist schließlich einer der wichtigsten Kunden im amerikanischen Telekomgeschäft: Drei Milliarden Dollar Einnahmen bringt es in den nächsten Jahren, den Computerkonzern mit Telephon- und Datendiensten zu versorgen.

Das trotzige Verhalten schadet nun MCIs Image bei anderen Geschäftskunden, die immerhin zwei Milliarden seines Umsatzes von etwas über fünfzehn Milliarden Dollar ausmachen.

Die neue Verbindung zwischen IBM und AT&T ist übrigens nicht ohne Ironie: Noch in den achtziger Jahren galt es als ausgemacht, daß sich die beiden Konzerne sowohl auf dem Computer- als auch auf dem Telekommunikationsmarkt bis aufs Messer bekämpfen würden.

Und Experten erwarteten obendrein, daß MCI von IBM aufgekauft würde. Deswegen kann MCI nun auch hoffen: In der Telekommunikation sind alle Allianzen möglich - und ein Jawort zählt nicht viel.

Fast sieht es nach einem Himmelfahrtskommando aus, was Hans-Werner Sinn da angetragen wurde. Der Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität München soll Präsident des Hamburger HWWA-Instituts für Wirtschaftsforschung werden, nachdem der bisherige Amtsinhaber Erhard Kantzenbach zum 1. März in den Ruhestand getreten ist.

Sinns Name steht als einziger auf der Liste, die die Berufungskommission jetzt vorgelegt hat. Schwierig dürfte der Posten an der Alster vor allem deshalb werden, weil dem HWWA-Institut eine schmerzhafte Schrumpfkur droht. Der Wissenschaftsrat hatte das Institut evaluiert, dabei erhebliche Mängel festgestellt und unter anderem die Abschaffung der Konjunkturabteilung vorgeschlagen.