Nach dem Konzept des shareholder value hat sich die Politik eines Unternehmens am Kapitalmarkt zu orientieren. Es soll eine Rendite erwirtschaften, die mindestens den üblichen Marktzinsen zuzüglich eines Risikozuschlags entspricht. Liegt sie darüber, steigt der Wert des Unternehmens, was sich idealerweise auch in steigenden Börsenkursen niederschlägt. Der shareholder value wird berechnet, indem der heutige Barwert der künftigen Überschüsse - des sogenannten Cash-flow als Saldo aller Aus- und Einzahlungen - unter Berücksichtigung einer Verzinsung des eingesetzten Kapitals ermittelt wird. Das Verfahren basiert also auf der traditionellen Ertragswertmethode, die bei Firmenverkäufen schon lange angewendet wird.

Neu an dem Ansatz ist, daß mit diesen Ertragswerten ganze Unternehmen, einzelne Konzerngesellschaften und Geschäftsbereiche strategisch gesteuert und kontrolliert werden, wie der Wirtschaftswissenschaftler Walther Busse von Colbe feststellt. Das Konzept ermöglicht dem Management abzuschätzen, welche Konzernteile rentabel arbeiten und welche die riskoadäquaten Kapitalkosten nicht erwirtschaften. Entsprechend läßt sich das Geld für neue Investitionen systematisch dorthin leiten, wo sie am meisten zum Unternehmenswert beisteuern können.

mm

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