Noch kann ich es nicht glauben. Ganz unverhofft traf mich in diesen Tagen des gerade erst zaghaft angebrochenen Frühlings die niederschmetternde Nachricht, und mit ungläubigem Kopfschütteln ging ich, meine Kaffeetasse in der bebenden Hand, auf die Straße vor meinem Tchibo-Laden.

Schwer stützte ich mich auf die silberglänzende Tischplatte und sann bestürzt den lapidaren Worten nach, die ich eben im Laden gehört hatte: Tchibo stellt den Ausschank ein.

Was bedeutet dieser Satz? Warum trifft er mich mit so elementarer Wucht?

Mein Tchibo stellt den Ausschank ein - das kann doch nur heißen, daß ich hier, an dieser Stelle, bald nicht mehr mit einer Kaffeetasse stehen darf. Und auch sonst niemand aus meinem Steher-Kreis. Zu keiner Tageszeit, bei keinem Wetter. Niemals wieder.

Aber warum denn, um Himmels willen, stellt mein Tchibo den Ausschank ein? Weil in diesem Laden monatlich dreitausend Tassen Kaffee zuwenig verkauft werden, hat mir eine der netten Damen mit der aufreizenden goldenen Kaffeebohne am Revers verraten. Der Laden wird verlegt, an seine Stelle kommt ein Blumengeschäft, und im neuen Tchibo, auf der anderen Straßenseite, wird es dann nur noch Abgepacktes geben.

Trifft das denn alle Tchibo-Läden, habe ich noch matt geächzt.

Nein, hat die Bohnenkönigin gesagt, nur die kleinen. Was für eine hertzlose Entscheidung. Wissen die Besitzer-Brüder in Bremen eigentlich, welchen schmerzenden Stachel sie uns damit ins Fleisch senken?