Im Rennen um das Farbfernsehen hatten die Deutschen in den sechziger Jahren die Nase noch vorn. Ihre Technik kam früher aus den Startlöchern und fand mehr Freunde als der Konkurrent aus Frankreich. Dreißig Jahre später übertrumpfen uns die Nachbarn im Westen nun bei der Einführung des digitalen Fernsehens. Noch in diesem Monat können Franzosen mit hinreichend Technik im Wohnzimmer und genug Geld auf dem Konto rund um die Uhr einen ganzen Strauß neuer Kanäle empfangen - von Musikvideos bis zu Reise, Wetter und Spielfilmen.

König Fußball kostet noch einmal extra.

Ja, die Franzosen haben gewonnen. Sie können sich durch noch mehr Kanäle quälen als hiesige Privatferngucker - in überlegener Bild- und Tonqualität, versteht sich. Und sie müssen zahlen, vor allem für Filme und Sportübertragungen, die sie früher einmal kostenlos sehen konnten. So steigert die mediale Revolution spielend das Bruttosozialprodukt. Gratulation, liebe Nachbarn. Indes: Wir folgen schon bald ins TV-Wunderland.