Wie geht es eigentlich unseren Top-Angstmachern, deren Job es ist, unsere unersättliche Gier nach täglichen, wohldosierten Horrorportionen zu befriedigen? Danke für die Nachfrage. Sie sind in prächtiger Verfassung und trafen sich gerade in Schreckborn, um sich mal so richtig über die Konjunkturlage in ihrer Branche auszuquatschen.

"Kolleginnen und Kollegen", rief Jörg Bammel triumphierend, "dieser Rinder-Wahn ist ja wie ein Geschenk des Himmels, so ein Schlagzeilen-Renner ist es wert, bis zum letzten Tropfen ausgemolken zu werden."

"Und wenn uns unversehens eine spektakuläre Brandkatastrophe oder eine schlagzeilenverdächtige Promi-Entführung in die Quere kommt?"

fragte Iris Knüppeldick.

"Tja, dann haben wir eben Pech gehabt", sagte Knut Schlotterweich, "glücklicherweise läßt sich zumindest eine sensationelle Gift- Terror-Drohung immer mal dazwischenschieben."

Ben Klotzer geriet ins Schwärmen: "Wir sind dem Mauerfall zu ewigem Dank verpflichtet, denn er hat uns die Russen-Mafia beschert!"

"Mit Kriminalität, vor allem Ausländer-Kriminalität, sollten wir sparsam umgehen, denn erfahrungsgemäß erreicht die Nachfrage unserer vorwiegend konservativen Klientel ihren Höhepunkt erst vor dem nächsten Bundeswahlkampf."