Verwinkelte Flure, auf denen Instrumentenwagen stehen und die Eimer einer Putzkolonne, die sich irgendwann wieder um die Hygiene der Fußböden kümmern wird. Halbgeöffnete Türen geben den Blick frei in Untersuchungsräume, auf Waschbecken, in denen Flaschen mit Urinproben stehen. Daneben die Aufenthaltsräume für die Angestellten, gräulich-braun.

Je weiter ich komme, desto enger wird es auf dem Flur. Patienten, mit ihren Betten hinausgeschoben. Mein Mantel streift über herunterhängende Arme und über weiße Bettdecken.

"Soll im Wartezimmer warten", sagt ein Arzt. Eine Schwester übersetzt: "Es dauert noch einen Moment. Warten Sie doch bitte im Wartezimmer."

Der Warteraum, fünf Stühle lang, drei Stühle breit. Ein Fenster, daneben in der Ecke eine ausgemergelte Yucca-Palme ohne Überlebenschance.

Das Licht in diesem Zimmer scheint wie geschaffen für eine pathologische Untersuchung. Dicht an dicht sitzen neun Männer, älter schon, ihre Gesichter sind grau. In ihrer Mitte ein Tisch mit zerlesenen Zeitschriften, die die Phantasie über bakterielle Kontaminationen beflügeln können. Daneben stehen Plastikbecher und angebrochene Flaschen jener Flüssigkeit, die den Darm reinigen soll und die vor einer Koloskopie getrunken werden muß.

Ich lehne mich an die Wand, den Blick auf einen gegenüberliegenden Raum gerichtet. Dort befindet sich die Anmeldung. Offensichtlich wird gerade das Schicksal eines der Männer im Warteraum besprochen.

Ich sehe zu ihm hinüber, folgsam nippt er an seinem Plastikbecher.