Es kommt nicht alle Tage vor, daß ein ehemaliger Vorsitzender der Jungsozialisten auf die Macht von Helmut Kohl setzt. Doch Friedel Neuber, Vorstandschef der Westdeutschen Landesbank (WestLB) sowie des Verbandes öffentlicher Banken (VÖB), kann sich parteipolitische Ressentiments nicht leisten. Er braucht jede Hilfe, denn seinem Institut droht, ebenso wie den anderen öffentlich-rechtlichen Landesbanken und den mehr als 600 Sparkassen, erhebliches Ungemach aus Brüssel.

EG-Kommissar Karel van Miert ist der Ansicht, daß die Haftung des Staates für die betreffenden Geldhäuser gegen das europäische Beihilferecht verstößt. Diese Meinungsbildung haben die privaten Banken, denen die öffentlich-rechtliche Konkurrenz zunehmend zum Ärgernis wird, mit gerichtlichen Klagen und intensiver Lobbyarbeit in Brüssel kräftig gefördert. Zwar glauben die VÖB-Mitglieder, "in einem rechtlich gesicherten Status" zu leben. Doch sollte sich van Miert durchsetzen, wäre mit dem Ende der staatlichen Gewährträgerhaftung "die Existenz der öffentlichen Banken in Frage" gestellt, weiß Neuber. Deshalb bekundet er jetzt artig sein "Vertrauen in die Haltung des Bundeskanzlers".

Helmut Kohl hatte, auch auf Bitte von Horst Köhler, einst Kohls Staatssekretär und inzwischen Präsident des Sparkassenverbandes, dem EG-Kommissar gegenüber erklärt, er lasse nicht zu, daß an dem System gerüttelt werde. Der Kanzler sprach damit den SPD-Landesfürsten aus der Seele. Zur Rettung der Staatsbanken steht die große Koalition.

Yahoo!" heißt auf gut amerikanisch soviel wie "Hurra!". Und das werden die Finanziers der gleichnamigen Internet-Firma wohl gerufen haben, als das Unternehmen an die New Yorker Börse ging: Der Kurs der neuen Aktie stieg gleich um 154 Prozent auf 33 Dollar - eine Premiere, wie sie selbst die Wall Street selten erlebt hat.

Doch wenn Bilanzen auf dem amerikanischen Parkett noch etwas bedeuten, dürften die Aktionäre bald andere Töne von sich geben.

Denn das Unternehmen, das jetzt auf dem Papier fast eine Milliarde Dollar wert ist, hat in den ersten zehn Monaten seiner Existenz gerade mal 1,36 Millionen Dollar umgesetzt und dabei sogar 634 000 Dollar verloren.

Die Zahlen könnten auf absehbare Zeit so mager bleiben. Zwar betreibt Yahoo! ein vielversprechendes Geschäft: Als sogenannte Suchmaschine bringt das Unternehmen etwas Ordnung in das zunehmend unübersichtliche World Wide Web, den Multimediateil des Internet, der mittlerweile auf rund 45 Millionen Seiten angewachsen ist.