Finanzminister haben es schwer. Wer anderen Leuten das Geld aus der Tasche zieht, steht nicht in gutem Ruf. Doch Argentiniens Domingo Cavallo will nun etwas für sein Image tun - zumindest bei den Trinkern und Rauchern.

Argentinien steckt in einer tiefen Krise. 1995 schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 4,4 Prozent, und Besserung ist nicht in Sicht. Schmerzhafte Einschnitte im Haushalt - nicht zuletzt nötig, um den Internationalen Währungsfonds zu befriedigen - könnten die Lage weiter verschlechtern und zugleich die leidende Bevölkerung erzürnen. Was also konnte der arme Minister unternehmen?

In der Hoffnung, die private Nachfrage anzukurbeln, setzt er auf die Laster seiner Mitbürger. Er senkte die sogenannten Sündensteuern auf Waren wie Whiskey, Zigaretten und Cola um bis zu achtzig Prozent.

Je billiger der Schnaps, so das simple Kalkül, desto mehr wird getrunken. Der argentinische Stammtisch wird sicherlich sein Glas auf Senor Cavallo heben.