Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren wählen die Italiener ein neues nationales Parlament aus Senat und Abgeordnetenkammer.

An die Stelle der bis 1992 bestimmenden Kräfte der Christlichen Demokraten, Kommunisten und Sozialisten traten neue Parteien und Gruppierungen. 246 Listenverbindungen stehen am Sonntag zur Auswahl.

Erstmals haben die Parteien zwei große Bündnissysteme geschlossen: Exministerpräsident Silvio Berlusconi, Chef der Forza Italia, führt als Spitzenkandidat das rechte Lager polo per la liberta (Freiheitspol) an, in dem Forza Italia, die neofaschistische Nationale Allianz von Gianfranco Fini und zwei kleine christdemokratische Gruppen zusammenwirken. Spitzenkandidat des linken Bündnisses ulivo (Ölbaum) ist Romano Prodi, Wirtschaftsprofessor und ehemaliger linkskatholischer Christdemokrat. Stärkste Kraft im Ölbaum-Bündnis aus dreizehn Parteien ist die Demokratische Partei der Linken (PDS), Nachfolgepartei der Kommunisten. Dazu gehören auch konservativ gefärbte Bewegungen wie die Italienische Erneuerung des amtierenden Ministerpräsidenten Lamberto Dini, der zuvor Schatzminister der Regierung Berlusconi war. In beiden großen Lagern, die in Umfragen gleichauf lagen, herrschen starke innere Gegensätze und Rivalitäten.