Der 1965 in New York geborene Photograph Fazal Sheikh ist Sohn eines kenianischen Vaters und einer amerikanischen Mutter. Seit 1992 war er immer wieder in den Flüchtlingslagern Kenias und Tansanias.

Seine dort entstandenen Aufnahmen gehören zu den aufschreckendsten Bildern aus den afrikanischen Kriegen. Keine Gemetzel, keine Opfer, sondern stolze Menschen, die meist skeptisch in die Kamera schauen.

Erst beim näheren Hinsehen fallen dem Betrachter ihre dünnen Arme, die gebrechlichen Gelenke, die Rippen der Brustkästen auf. Entdeckt er dann, wie zwei Männer mit ineinander verschlungenen Fingern einander an den Händen halten, so beginnt er die Angst derer zu spüren, die wenig Grund haben, von wem auch immer Gutes zu erwarten.

Unter den Photos von "A Sense of Common Ground" - so der Titel des Bildbandes mit Arbeiten des jungen Photographen - gibt es kein einziges, das das Elend der Vertriebenen zum Thema hat, aber es gibt kaum eines, auf dem es nicht deutlich zu sehen wäre. Das macht die Kunst Fazal Sheikhs aus.

Er soll seine Bilder mit einer großformatigen, auf einem Stativ stehenden Polaroidkamera machen. Das erfordert langes, geduldiges Arbeiten vor der Aufnahme. Die Modelle müssen aufgebaut werden.

Jedes Photo brauchte seine Zeit, und es braucht sie wieder, um richtig betrachtet zu werden. Dann aber senkt es sich ein ins Gedächtnis des Betrachters und wirkt dort, durch all die Ruhe hindurch, beunruhigend.

Es gibt keine erhaschten Momente, keine plötzlichen Blicke ins fremde Intime. Männer und Frauen haben sich gut angezogen und nehmen die Aufnahme ernst. Eine irritierende Ruhe geht von den Photos aus, dazu der bräunliche Grundton. Durch die Schrecken von heute hindurch wird an die vergangenen erinnert. Mittels Ästhetisierung.