Investmentfonds werden von den Banken gern als ideale Anlageform für den kleinen Mann feilgeboten. Durch Streuung des Kapitals auf verschiedene Papiere und durch professionelles Management werde das Risiko minimiert, lauten die Argumente. Dennoch, Verluste sind natürlich nicht auszuschließen. Gegen dieses Wagnis kann sich der Fondskäufer seit einiger Zeit absichern.

Unter dem Motto "Börse mit Vollkasko" hat die A.L.S.A., Luxemburger Investmenttochter der Adig und damit indirekt zu Commerzbank und Bayerischer Vereinsbank gehörig, seit einigen Wochen einen neuen Fonds am Markt plaziert. Wer sich dort einkauft, der legt sein Geld in Werten des Deutschen Aktienindex (Dax) an, partizipiert also an den Kurschancen des gesamten Marktes. Das Besondere daran: Dem Anleger wird versichert, daß er am Ende der Laufzeit von vier Jahren auf jeden Fall sein eingesetztes Kapital zurückerhält.

Soviel Sicherheit hat natürlich ihren Preis. Während herkömmliche Aktienfonds zu fast hundert Prozent an der Entwicklung der Kurse teilhaben können, liegt die Partizipationsquote der A.L.S.A.-Fondsanteile vom Zeitpunkt der Emission bis zum Ende der Laufzeit lediglich bei gut 55 Prozent. Das heißt: Rund 45 Prozent des eingezahlten Kapitals müssen für die Absicherung des Fondsvermögens aufgewendet werden. Interessant ist ein solcher Garantiefonds daher eher für konservativ eingestellte Anleger mit einem Schuß Risikobereitschaft.

Vor dem Hintergrund des derzeit ohnehin sehr niedrigen Zinsniveaus setzt der Anleger im Prinzip aber nicht allzuviel aufs Spiel und erhält dafür die Chance, weit überdurchschnittlich am Aktienmarkt zu gewinnen.

In der Vergangenheit wären die Chancen mit solchen Produkten nicht schlecht gewesen, werben die Bankenstrategen. Investments in Papiere des Dax über eine Laufzeit von jeweils vier Jahren hätten in den Jahren 1959 bis 1995 durchschnittlich 25 Prozent erbracht. In 33 Prozent der Fälle wären zwar Verluste von bis zu 40 Prozent verzeichnet worden. Immerhin 67 Prozent hätten jedoch Gewinne von bis zu 208 Prozent aufgewiesen.

Vielen Anlegern kam eine solche Anlagevariante offenbar gerade recht, denn die A.L.S.A.-Initiatoren berichten Erstaunliches: Mehr als 28 000 Anleger kauften in nur einem Monat Anteile im Wert von rund 850 Millionen Mark. Die Fondsentwickler hatten mit weit weniger gerechnet. Kein Wunder, daß schnell ein zweiter Garantiefonds nachgeschoben wurde. Ein Japanfonds nach dem gleichen Strickmuster steckt dem Vernehmen nach für das zweite Quartal 1996 in der Pipeline.

Die positive Resonanz der Kundschaft hat die Konkurrenz aktiviert.