Elf Experten müßt ihr sein, um Siege zu erringen. Diese für den aktuellen Bedarf leicht modifizierte Weisheit aus Herbergers Notizbuch kommt dem Fußballfreund in den Sinn, schlägt er dieser Tage, mit ballverliebtem Blick gen München, die Gazetten auf: Die sind mal wieder rehhagelvoll.

Warum lange darum herumreden: Es besteht Anlaß, sich Sorgen zu machen um den FC Bayern. Die Mannschaft wird am Ende der Saison möglicherweise als Deutscher Meister dastehen und, wenn es zum Schlimmsten kommt, obendrein als Gewinner des Uefa-Pokals. Und wer - da liegt das Problem - schmeißt dann den Trainer raus?

Rausgeschmissen werden soll er. Baumelt, wie man hört, schon mit den Beinen auf dem abgesägten Ast. Ein Treppenwitz der Bundesligageschichte, geeignet, unseren Glauben an das fußballerische Expertentum in seiner spezifisch bajuwarischen Ballung gründlich zu erschüttern.

War es nicht Franz, der Kaiser, persönlich, der Otto den Großen zum "besten Trainer der Welt" erklärte, ihn im Verein mit Kalle, dem Rummenigge, und Uli, dem Hoeneß, im Triumphmarsch nach München holte? Was wird er nun sagen, der Kaiser? "Zahl'n mer mal", wird er sagen.