BERLIN. - Nach einem Dreivierteljahr Stillstand wird jetzt wieder über das Holocaust-Denkmal in Berlin diskutiert. Der Berliner Senat, das Bundesinnenministerium, der Förderkreis zur Errichtung des Denkmals für die ermordeten Juden Europas beginnen die vom Bundeskanzler mit einem Machtwort beendete Debatte von neuem.

Kann etwas Gutes daraus entstehen? Sind die Fronten zu begradigen, die mit dem Streit über den Denkmalentwurf von Christine Jackob-Marcks entstanden sind?

Als zu monumental, klotzig kalt, gigantomanisch und typisch deutsch wurde der Entwurf einer 100 mal 100 Meter großen Grabplatte empfunden.

Tatsächlich: Sie soll mit einer bis zu elf Meter ansteigenden Kante aggressiv in die Berliner Stadtlandschaft zwischen Potsdamer und Pariser Platz eindringen. Gut gemeint, aber nicht zu realisieren ist es, die Namen von 4,2 Millionen ermordeten Juden dort einzugravieren.

Und der Standort - am Rand der Berliner Mitte - ist groß, aber doch leicht zu umgehen.

Dem neuen Berliner Kultursenator Peter Radunski wird es kaum gelingen, die Gegensätze auszugleichen. Der Streit, bei dem es nicht nur um das Wie, sondern auch um das Ob und das Wo des Mahnmals geht, kann nur zu einer Fortsetzung der Peinlichkeiten führen.

Gibt es einen Ausweg, zumal sich fast alle einig sind, daß Deutschland ein zentrales Holocaust-Memorial braucht?