Seit knapp einem Jahr hat Mallorcas erste Berghütte geöffnet.

Grund genug, endlich das "Refugi Tossals Verds" auszuprobieren.

Ein Telephonat verspricht: Jawohl, wir könnten die "Suite" haben, das einzige Einzelzimmer, das sogar über ein eigenes Bad verfügt.

Und dies, obgleich morgen Sonntag ist, der traditionelle Ausflugstag der Mallorquiner. Es gibt auch Frühstück, Mittagessen und Abendbrot, also müssen wir nur den Proviant für unsere Bergtour mitnehmen.

Gutes Quellwasser für die Thermoskannen fließt in "Tossals Verds" aus einem Hahn vor dem Haus.

Die Berghütte, ein umgebautes Bauernhaus, liegt in 540 Meter Höhe am Hang des Tossals-Massivs. Sechs Gipfel ragen über 1000 Meter empor, der höchste 1115 Meter hoch. Der kürzeste Aufstieg über einen Fahrweg vom Parkplatz beim Gut Son Ordines im Tal Clot d'Almedra dauert nur eine Stunde. Dorthin gelangen wir, nachdem wir die Autobahn Palma-Inca hinter Consell verlassen haben und von der C-713 zwischen den Kilometersteinen 24 und 25 in Richtung Lloseta abgebogen sind. Wir fahren links an Lloseta vorbei und dort geradeaus, wo sich die Straße nahe Kilometerstein sechs links nach Alaró wendet. Ein Schild "Tossals Verds" kennzeichnet die Abzweigung.

Wir dringen in ein idyllisches Tal ein: Links fesseln die Steilwände der schwer zugänglichen S'Alcadena den Blick. Rechts liegen alte Gehöfte und Burgen am Hang des Puig de Sa Creu. Die schmale Straße führt an einer Abfüllstation für Mineralwasser und dann an einer Kläranlage vorbei, bis sie schließlich Son Ordines und den Parkplatz für "Tossals Verds" erreicht. Hinter dem Gut schneidet sich eine Art Canon in die Vorberge ein, die Schlucht, durch die wir aufsteigen.