Die überraschende Senkung der Leitzinsen und ein Dollarkurs von deutlich über 1,50 Mark haben in den deutschen Börsensälen zwar keine Begeisterungsstürme ausgelöst, doch immerhin bewegte sich der Deutsche Aktienindex (Dax) in der Nähe seiner historischen Höchststände. Daß es nicht zu einem weiteren Durchbruch nach oben gekommen ist, liegt nicht zuletzt an den Bankaktien. Diese Papiere sind an der Aufwärtsbewegung weiterhin kaum beteiligt. Im Vordergrund stehen vielmehr zyklische Werte, eine Folge des stabilen Dollar.

Gefragt sind vor allem Autoaktien, aber auch einzelne Gesellschaften des Maschinenbaus.

In den Aktien der Großchemie sind sogenannte Dividendenkäufe zu beobachten: Institutionelle Anleger steigen hier ein, um Mittel für ihre Jahresausschüttungen zu beschaffen. Dagegen stehen Abgaben der Ausländer. Sie verkaufen vor Zahlung der Dividenden, da sie mit den dazugehörenden Körperschaftsteuerguthaben nichts anfangen können. Insgesamt ist jedoch zu beobachten, daß sich die Anleger eher zurückhalten. So sind die Klagen vieler Händler, daß die Umsätze zu gering seien, nicht sehr verwunderlich.