In den Vereinigten Staaten ebbt die Flut der Unternehmensfusionen nicht ab: Anfang der Woche gaben sich die beiden Telephonkonzerne Nynex und Bell Atlantic nach zweijährigem Flirt das Jawort. Damit entsteht ein Gigant mit einem Umsatz von 27 Milliarden Dollar, 127 000 Beschäftigten und 36 Millionen Kunden. Das Konglomerat wird nach AT & T das zweitgrößte Telekommunikationsunternehmen Amerikas sein und die Ostküste dominieren.

Herrscher über den Konzern werden der ehrgeizige Bell-Chef Raymond Smith und Nynex-Vorstand Ivan Seidenberg sein.

Bells und Nynex' Hochzeit ergibt Sinn, weil die bisher nur im lokalen Telephonmarkt tätigen Unternehmen bei der kommenden Öffnung des US-Fernsprechmarkts unmittelbaren Zugang zu einer großen Anzahl potentieller Kunden haben werden. Experten schätzen, daß gut dreißig Prozent aller Ferngespräche in den USA aus ihrem Territorium stammen. Die Verbraucher werden allerdings wohl mit höheren Preisen für die Firmenhochzeit zahlen - und einige tausend Beschäftigte mit ihrem Job.

So richtig zum Feiern war den deutschen Brauern am soeben begangenen Tag des Bieres nicht. Mehr als hundert Braustätten sind in den vergangenen fünf Jahren verschwunden. Überkapazitäten und sinkender Verbrauch haben den Wettbewerb dramatisch verschärft. Besonders in die Klemme geraten sind dabei die Hersteller regionaler Marken.

Von oben drücken die überregionalen "Premium"-Biere wie Warsteiner oder Krombacher, von unten ruinieren Billigbiere und Handelsmarken der Braukonzerne die Margen.

Zwei Stuttgarter Brauereien ziehen jetzt daraus die Konsequenz: Aus der Dinkelacker Brauerei AG und der Schwaben Bräu Rob. Leicht AG soll die Dinkelacker-Schwaben Bräu AG werden. Mit ihren beiden sächsischen Töchtern bringen es die vereinten Württemberger auf stattliche 1,8 Millionen Hektoliter und werden Marktführer im Ländle. Neuer Vorstandsvorsitzender wird Wolfgang Dinkelacker, sein Vize der bisherige Schwaben-Bräu Chef Ulrich Schill. Damit die Erträge steigen, werden Vertrieb, Verwaltung und Abfüllung zusammengelegt.

"Schwarzbier" heißt die jüngste Spezialität der Schwaben Bräu.