Der Name wird so manchem Beschäftigten jetzt als schlechtes Omen erscheinen: 150 von 500 Jobs der beiden bisherigen Brauereien sollen wegfallen. Rund 100 betriebsbedingte Kündigungen werden wohl unvermeidlich sein, bedauert Ulrich Schill.

Wie präsentiert man eine Hiobsbotschaft, ohne Katastrophenstimmung zu verbreiten? Indem man die schlechte Nachricht der Vergangenheit zuschreibt und eine bessere Zukunft beschwört. Nach diesem Muster handelten die Eurotunnel-Kopräsidenten Patrick Ponsolle und Sir Alastair Morton, als sie die 2,1 Milliarden Mark Verlust erklärten, die der britisch-französische Betreiber des Eisenbahntunnels unter dem Ärmelkanal 1995 eingefahren hat. Eurotunnel werde von der Last der Vergangenheit erdrückt, denn das Unternehmen steht mit rund 19 Milliarden Mark für den Tunnelbau bei den Banken in der Kreide. Der Schuldendienst ist mit rund 1,8 Milliarden Mark fast dreimal so hoch wie der Umsatz. Um liquide zu bleiben, hatte Eurotunnel bereits im September alle Zins- und Tilgungszahlungen gestoppt und verhandelt seither mit den Gläubigern über eine Umschuldung.

Nun verweisen die beiden Chefs auf die vielversprechende Zukunft der Firma. Man habe von Fähren und Fliegern Marktanteile gewonnen.

Ob Eurotunnel je genug verdienen wird, um die Schulden abzutragen, blieb freilich offen.

Daß sie an ihrer eigenen Disziplin leidet, daraus machte die Volkswirtschaftsprofessorin Christiane Busch-Lüty schon seit längerem keinen Hehl. Nun, gerade emeritiert, zieht die streitbare Wissenschaftlerin aus ihrem Frust Konsequenzen: Von ihr initiiert, wird am kommenden Wochenende in Heidelberg die Vereinigung für Ökologische Ökonomie ins Leben gerufen - als deutschsprachige Sektion der International Society for Ecological Economics (ISEE). Im Gegensatz zur klassischen Umweltökonomie geht es den ökologischen Ökonomen um mehr: Sie glauben, daß die Wirtschaftsaktivitäten der Menschen bereits das zuträgliche Niveau überschritten haben und daß Wirtschaftswachstum die falsche Antwort auf die ökonomischen Probleme des ausgehenden 20. Jahrhunderts ist.

Angesichts des anstehenden Generationenwechsels auf den ökonomischen Lehrstühlen will die Vereinigung ganz praktisch "strategisch handeln, um die Chance einer Veränderung der hochschulpolitischen Landschaft in Lehre und Forschung in ihrem Sinne zu nutzen".