Nahezu alle großen deutschen Zeitungen haben über Daniel Jonah Goldhagens provozierendes Werk "Hitler's Willing Executioners" berichtet. Das Echo ist überwiegend kritisch bis abwehrend. In der Süddeutschen Zeitung bemerkte der Historiker Norbert Frei: "Daniel Goldhagens umfangreiche Darstellung ist im Grunde geleitet von einem einzigen Gedanken, den er mit großem Scharfsinn, aber bisweilen auch mit geradezu beängstigender argumentativer Hermetik verfolgt: Alle Forschungen zur NS-Judenpolitik kranken an einer notorischen Unterschätzung der Wirkungsmacht antisemitischer Weltanschauung.

Daraus resultierten grundlegende und zahlreiche interpretatorische Mängel sowie verhängnisvolle historiographische Irrwege." Positiv urteilte Josef Joffe in derselben Ausgabe der SZ: "Nach diesem streitbaren und umstrittenen Buch wird es nicht mehr so einfach sein, das einzigartige Verbrechen unter der Rubrik ,im deutschen Namen' abzulegen. Aber die Antwort liefert es nicht, kann es nicht liefern, obwohl es den Kritikern schwerfallen wird, jenseits des Methodenstreits das Gebirge an brillanter Recherche zu attackieren."

Ablehnend äußerte sich Frank Schirrmacher in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "In den fünfziger Jahren, deren Luft das Buch atmet, hätten ,Hitlers willige Vollstrecker' gewiß weniger Aufsehen und weit mehr betretenes Schweigen hervorgerufen. Heute läßt sich der eminent politische Aspekt des Vorgangs nicht übersehen. In mehrfacher Hinsicht betreibt Goldhagen eine Remythisierung des Holocaust. Er führt ihn in die faustischen Tiefen des deutschen Bewußtseins zurück und entzieht ihn damit dem rationalen Zugriff.

Glaubt man den Thesen des Buches, kann der Weg der Deutschen ins einundzwanzigste Jahrhundert nur mit Skepsis und Furcht betrachtet werden."

Jeden Wert sprach Rudolf Augstein im Spiegel dem Buch ab: "Man sollte aber fragen dürfen, was wir dem Buch denn Neues entnehmen sollen. Das Ergebnis ist mager, man kann auch sagen, es ist gleich Null."

Jost Nolte hielt in der Welt einen "neuen Historikerstreit" für möglich: "Dabei beschert dem Autor weniger ein begreiflicher Zorn von alttestamentarischem Atem den Erfolg, das Aufsehen sichert ihm seine Technik der Vereinfachung und der Verallgemeinerung."

Die Frankfurter Rundschau hingegen meinte, daß "mit vergleichbaren Aufwallungen wie im Historikerstreit nicht zu rechnen" sei. "Aufmerksamkeit verdient etwas anderes: die Nichtverjährung des Genozids, mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Barbarei. Entgegen manchem Wunsch, es möge Schluß sein. Das Thema darf kein Ende haben."