Popstars wie Peter Gabriel oder Bob Dylan bringen CD-ROMs heraus, um noch berühmter zu werden. Aber die meistgelobten CD-ROMs stammen von einer Band, deren Mitglieder anonym bleiben wollen. "Die Residents mögen den Personenkult im Popbusineß überhaupt nicht", erklärt ihr Manager Homer Flynn. "Sie treten lieber maskiert auf und spielen mit der Neugier der Medien."

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Als ihr legaler Arm dient die Cryptic Corporation von Homer Flynn und seinem Partner Hardy Fox, die ihre Geschäfte abwickelt und sie nach außen vertritt. Zum Residents-Imperium gehören außerdem die Plattenfirma Ralph Records (mit einer eigenen Euro-Ralph-Filiale in Hamburg) und das Designstudio Pornographics.

Zu Beginn der achtziger Jahre avancierten die publikumsscheuen Einwohner San Franciscos zur Lieblingsband des Underground. Sie boten ihrem Publikum eigenwillige Interpretationen von Hits aus den Sechzigern ("Third Reich 'n' Roll ), rituelle Eskimomusik ("Eskimo" ) und deren Diskoversion ("Diskomo"), vierzig exakt einminütigen Popsongs ("Commercial Album" ) und ähnliche Skurrilitäten.

Computer und elektronische Effektgeräte waren von Anfang an ihre wichtigsten Musikinstrumente. Jede neue Generation von Aufnahmegeräten, von Vier-Spur-Tonbändern bis zu digitalen Hard-Disc-Recordern, schafften sich die unbekannten Technophilen sofort an.

Und ihr visuelles Auftreten war ihnen immer schon genauso wichtig wie ihre Musik. Statt konventionelle Live-Konzerte zu geben, inszenierten sie lieber aufwendige Bühnenspektakel, etwa ein Epos über das Schicksal eines Maulwurfsvolkes oder ein Musical über den "kubistischen Elvis".