Dieter zu Kampen und Siegfried Reusch lieben Sophia. Und sie lieben Zeitschriften. Deswegen gibt es seit kurzem zwei neue.

Ihr Thema: Philosophie.

Daß Tango kein leichter Verlagstanz war, weiß man ja. Aber Philosophie?

Wie macht man das? Dieter zu Kampen macht es vorsichtig. Die Auflage seiner Zeitschrift für kritische Theorie ist etwa so groß wie der harte Kern der Frankfurter Schule. Zum Start hat der Verleger erst einmal 2000 Stück gedruckt und 200 verkauft, im Abonnement.

600 gehen wohl noch über den Buchhandel weg, zum Einzelpreis von 24 Mark. Ein großer Erfolg in einer kleinen Zielgruppe. Anfangs sah das gar nicht gut aus. Von den 800 angeschriebenen Philosophen aus "Kürschners Deutschem Gelehrten-Kalender" interessierten sich nur sehr wenige für ein Revival von Adorno und Horkheimer. Und von Habermas allein kann man nicht leben. Aber was so in Amt und Behörden ist, nach dem Marsch durch die Institutionen, das gibt schon Potential her für eine kritische Zeitschrift über die kritische Theorie.

Der Verlag schätzt das Reservoir auf 5²000 Personen. Und wenn er nur zehn Prozent davon im Abo ausschöpft, feiert zu Kampen ein großes Fest. In Lüneburg. 500 Abonnenten, das wäre der Break-even-point, die Druckkosten wären so gedeckt.

Die Redaktionskosten sind bescheiden: Die Redakteure arbeiten umsonst; wer keinen Job nebenher hat, bekommt schon mal die Fahrtkosten ersetzt. Das Honorar pro Artikel liegt bei 200 Mark.