Autofreie Tage - es gibt sie. Seit einigen Jahren sperren Städte und Gemeinden ihre Straßen ab: ein - wenn auch nur auf einen Sonntag begrenzter - Traum.

Statt gefahren wird gefeiert: Einmal im Jahr verwandelt sich zum Beispiel das Moseltal in eine Strecke für Radfahrer und Fußgänger. Diesmal findet die "größte organisierte Straßensperrung Europas" am 2. Juni statt: Dann sind die Bundesstraßen 49 beziehungsweise 53 zwischen Schweich und Cochem den ganzen Tag für Autos tabu - eine 140 Kilometer lange abgasfreie Strecke, immer den Kurven der Mosel nach.

Was während der Ölkrise in den siebziger Jahren eher unfreiwillig geschah, wird inzwischen nicht nur an der Mosel gefeiert: Immer mehr Regionen verbannen für jeweils einen Sonntag das Auto von bestimmten Straßen. Statt dessen herrscht freie Fahrt für Rad- und Rollschuhfahrer, Wanderer flanieren über den Mittelstreifen und werden allenfalls von einem Reiter überholt.

Auch in Bayern, genauer: im unteren Altmühltal, findet in diesem Jahr erstmals ein autofreier Sonntag statt: Am 29. September sind die Straßen zwischen Kelheim und Riedenburg für den Individualverkehr gesperrt. Höhepunkt soll ein Feuerwerk unter dem Motto "Gold und Feuerzauber im Altmühltal" sein.

Sämtliche Veranstalter betonen, daß sich die autofreien Bundesstraßen auf keinen Fall in bloße "Freßmeilen" verwandeln sollen. Überdies hält man derartige Aktionen für wenig sinnvoll, wenn letztlich die Besucher doch wieder nur mit dem Auto kommen.

Dies ist mit ein Grund dafür, daß auch die Bundesbahn zum Teil an den autofreien Tagen Sonderzüge mit Gepäckwagen einsetzt in manchen Regionen, etwa im Lautertal, zwischen Kaiserslautern und Lauterecken, gibt es bereits für fünf Mark Tageskarten, mit denen der gesamte Nahverkehr genutzt werden kann.

Die Vereine fast sämtlicher Anliegergemeinden laden zu Aktionen verschiedenster Art ein Volksfeste finden statt mit Sport, Musik und Kleinkunst und natürlich auch mit vielen für die jeweilige Landschaft typischen Köstlichkeiten.