Bis 1960 war die gängige Möglichkeit, ein bereits existierendes Dokument zu duplizieren, das Abschreiben - so wie es die Mönche in den Klöstern im Mittelalter praktiziert hatten. Dann kam der Xerox-914-Photokopierer, und nichts war mehr wie vorher.

Heute kann sich kein Student, kein Journalist und kein Anwalt ein Leben ohne Kopierer vorstellen. Millionen Bäume werden abgeholzt, weil Angestellte auf der ganzen Welt ihr Büro mit kopierten Comics und mehr oder weniger witzigen Sprüchen tapezieren. Photokopierer sind die Druckpresse des kleinen Mannes - wohl der Grund dafür, daß in den Ländern des Ostblocks öffentliche Copy-Shops verboten waren.

Der Vater der Xerographie , wie das photoelektrische Verfahren genannt wird, arbeitete in den dreißiger Jahren im Patentbüro einer kleinen Elektronikfirma und ärgerte sich ständig darüber, daß er Patentschriften und Zeichnungen nicht vervielfältigen konnte. Also beschloß der 1906 in Seattle geborene Physiker Chester Carlson, eine entsprechende Maschine zu erfinden.

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Chester Carlson, Erfinder der Xerographie

Dabei stieß Carlson auf das Phänomen der "Photoleitfähigkeit": Es gibt Materialien, deren elektrische Eigenschaften sich bei Lichteinfall verändern, zum Beispiel Schwefel und Selen. Carlson begann, in seiner Küche mit Schwefel zu experimentieren - zum Leidwesen der Nachbarn, denen der Geruch nach faulen Eiern in die Nase stieg. Später richtete er sich ein eigenes Labor ein und stellte den deutschen Physiker Otto Kornei ein.